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In "Kehrt um! Bekehrt euch!", S.28-39 schrieb Gisela ausführlich über ihr Apostolat für die Priester. Daraus stammen die folgende Auszüge:

Lesen Sie zunächst, verehrte Leserinnen und Leser, wie mein wunderbares, aber auch schweres Apostolat angefangen und sich aus einer Frage Jesu an mich weiterentwickelt hat.
Vor vielen Jahren fragte mich einmal der Herr:
„Willst du sühnen für Meine Priester? Willst du verzichten für die, welche es nicht mehr können?“
Und mit nicht zu fassender Zärtlichkeit spricht Er weiter:
„Meine Kinder, Ich bin doch der einzig wahre Gott! Ich habe euch erschaffen und erlöst, um euch zu retten, damit ihr bei Mir ewig glücklich seid.“
Darauf biete ich mich Ihm aus vollem Herzen an: „Jesus, lege die Schuld Deiner Auserwählten auf mich!“ Doch dann erkenne ich meine Ohnmacht und sage: „Obgleich ich gestehe, für die auserwählten Söhne leiden zu wollen, fühle ich mich nicht würdig.“
Darauf Jesus:
„Wenn du dich demütigst, werde Ich dir vieles anvertrauen. Ich schenke dir viel mehr als du erwartest. Sei ein Kind, ganz klein! Liebe Mich so, wie du es in deinem Herzen verlangst! Schenke Mir täglich deinen ganzen Willen, dann kann Ich in dir wirken nach Meinem Wohlgefallen.“
Ich: „Jesus, wie unendlich ist Deine Liebe. Wer kann sie begreifen?
Da antwortet Jesus ganz liebevoll:
„Mein Kind, dein Ich, es ist erloschen. Ich habe Dich aufgenommen in Mein Heiligstes Herz. Sei stets sanftmütig und bescheiden. Antworte auf alles, was man dir antut, mit Liebe! Sei ein Abglanz Meiner Liebe! Beklage dich nicht, ertrage alles aus Liebe zu Mir!“
Ich: „Ja, mein Liebster.“
In Seiner unendlichen Liebe hat mich der Herr dann langsam und mit viel Zärtlichkeit immer tiefer in mein neues Apostolat eingeführt, um es ganz tief in meinem Herzen zu verankern.
Ein richtiger Meilenstein auf diesem Weg wurde für mich der 9.7.94, es war ein Sonntag, und zwar eine Primiz-Vesper:
Ich sehe, wie Jesus lebendig am Kreuz hängt und unvorstellbar leidet. Er schaut mich arme Frau ganz traurig an, ausgerechnet mich, obwohl doch so viele Priester und fromme Menschen in der Kirche sind... Da beginne ich vor Angst und Scham zu weinen. Und schon zieht mich Jesus zu Sich ans Kreuz, und ich versinke in Seinem heiligsten Herzen und erkenne in besonderem Maße Seinen Schmerz. Da höre ich im Innern Seine Stimme:
„Dein Platz ist unter dem Kreuz. Du darfst nicht murren, wenn es nicht nach deinem Willen geht. Schau Mich an: Wie haben sie Mich misshandelt! Und Ich blieb stumm. Ertrage alles aus Liebe zu Mir und opfere es auf für die Priester!“
In diesem Augenblick bin ich ganz eins mit Jesus, bereit zu jedem Opfer. Er lässt mich spüren, dass ich für Seine Erwählten, Seine geliebten Priester, mehr beten und opfern müsse. So verspreche ich Ihm, täglich einen Rosenkranz für sie, für die Neu-Priester zusätzlich den zum kostbaren Blut und in dieser Meinung täglich noch 33 Vaterunser beten zu wollen.
...Tag für Tag zu Ihm zu flehen: „Tauche alle Deine Neu-Priester ein in dein kostbares Erlöserblut; reinige und heilige sie in Deinem heiligsten Blut!“
Da schaut der liebe Heiland ganz glücklich vom Kreuz herab in meine Augen; ich spüre, dass es Ihm wohlgefällig ist. O diese Liebe! Wie sehr lässt Er mich vor Liebe und Ehrfurcht erzittern. Wie glücklich würde ich sein, wenn ich mich ganz auflösen und in Seinem Heiligsten Herzen versinken könnte! Seine Liebe und Güte lässt mich erschaudern, ohne Weinen hält das kein Mensch aus: Man erkennt Seine Heiligkeit und fühlt zur gleichen Zeit sein eigenes Nichts! Wäre ich doch ein Wurm, der sich hinter dem Kreuz verstecken könnte...
Später stelle ich mich mit den anderen Gläubigen in der Kirche an, um den Primiz-Segen empfangen zu können. Dabei bete ich so gut ich kann für diesen Neu-Priester und sehe, wie Jesus mir vom Kreuz aus wieder ganz tief in die Augen schaut. Aus vollem Herzen bitte ich Ihn: „Liebster, mach´ aus ihm einen heiligen Priester – Du bist doch allmächtig! Ich verspreche dir heute, dass ich nie vergessen werde, für ihn zu beten.“ Jesus greift meinen Herzenswunsch auf und schenkt mir ein großes Apostolat:
„Du bist von Mir erwählt (zu) einer geistigen Mutterschaft für Meine Priester.“
Dann schließt Er die Augen und fährt fort: „Bete viel! Es wird viel Priesterblut fließen, es werden viele geopfert werden!“
Nichts nehme ich weg, nichts füge ich hinzu, es ist so gewesen. Es hat sehr weh getan, den armen Heiland so leiden zu sehen und diese Worte zu hören!
Nach der Vesper bin ich ganz ruhig, im Innern ist ein tiefer Frieden. Schnell entferne ich mich von meinen Freunden und Bekannten, denn ich will mit Jesus diese heilige Stille in mir feiern. Ich bitte die Gottesmutter, mir für diesen Neu-Priester ein Gedicht zu schenken, damit er sich an diesen heiligen Tag erinnern möge und sich immer wieder der einzigartigen Lebensaufgabe bewusst werde.
Sie, die Königin meines Herzens, lässt sich darum nicht zweimal bitten und schenkt mir ohne Stockungen und Verzögerungen in wenigen Minuten nachfolgendes Gedicht:

Gedicht: Zur Primiz
Wenn zu den Stufen des Altares
der Priester steigt zum erstenmal,
dann wollen Engel sich verneigen
und ehrfurchtsvoll begrüßen ihn.
Denn jeder Priester am Altare,
er kommt dem Herzen Jesu gleich,
denn Jesus selbst ist ja zugegen,
Sein heilig´ Herz mit ihm vereint:
Dem höchsten König gilt' s zu dienen
demütig und in Heiligkeit.
Was einst am Kreuze ist geschehen,
erneuert am Altare sich,
drum soll er mit dem Volke flehen:
„Lamm Gottes - Herr erbarme dich!“
In Freude und in großer Liebe
bereite du das Opfer vor
und bring dich selbst
aus Lieb´ zum Opfer,
so wie der Heiland macht es vor.
Von Seinem heiligen Herzen lerne
was dir kein Studium beigebracht!
Und rufe oft, für alle zum Heile,
den höchsten aller Priester an.
Vor allem sei der Reinheit Zierde
als höchstes Gut im Leben dein;
und wenn in große Not du kommst,
dann flehe zu der Jungfrau rein.
Sie ist die Königin der Priester,
Sie ist dein Schutz, Sie ist dein Heil.
Wenn nur recht kindlich du Sie grüßest,
dann wirst du stets verstanden sein.
Denn Mutter ist Sie dir auf ewig
und Ihre Liebe wanket nicht.
Gib Ihr dein Herz, fall´ vor ihr nieder:
Sie tröstet immer - mütterlich !
Wenn großer Kummer dich betrübet,
bei Ihr, da schwindet jeder Schmerz.
Sie ist des höchsten Priesters Mutter:
Sie tröstet jedes Priesterherz!
Drum knie oft zu Ihren Füßen,
so wird dein Leben wohl gedeih´ n.
Und du wirst einst ein heil´ger Priester
im ew´gen Himmelreiche sein.

Das ganze Ausmaß meiner Berufung zur geistigen Priestermutter wird mir schließlich durch eine weitere Begebenheit klar, die mein Leben dann endgültig verändert hat:
Pater Pio hat mir vor vielen Jahren eine große Liebe zum heiligen Franziskus geschenkt, den ich vorher kaum gekannt habe. So flüsterte er mir damals immer wieder zu:
„Geh in den dritten Orden des heiligen Franziskus, er ist mein geistiger Vater!“
Da Pater Pio mein geistiger Vater ist, stelle ich mir humorvoll eine verwandtschaftliche Linie zum Franz von Assisi vor und sage im Scherz: „Er ist mein lieber Opa.“ Doch Pater Pio geht nicht darauf ein, sondern betont:
„Der heilige Franziskus will es.“
Lange trage ich diesen Auftrag mit mir herum, denn wohin sollte ich mich mit diesem Vorhaben wenden? Doch da hat es schon der Himmel gefügt, dass ich durch eine Freundin die entsprechende Adresse und bald eine Einladung dorthin bekommen habe.
Meine Vorstellungen werden aber tief enttäuscht, ich falle mit einem tiefen Schmerz im Herzen aus allen Wolken: Kaum habe ich Platz genommen, legt man mir einen Zettel vor mit dem Hinweis: „Wenn Sie wollen, unterschreiben Sie das.“
Es ist ein Kirchenvolksbegehren! Der Pater fügt hinzu: „Warum sollen denn Priester nicht heiraten dürfen? Warum sollen Frauen nicht zum Priesteramt zugelassen werden?“ In dieser Meinung geht es nun weiter, hier einige seiner weiteren Äußerungen:
- Es wird doch keiner mehr glauben wollen, dass aus Brot Fleisch und aus Wein Blut wird! Brot bleibt immer Brot, sonst wären wir ja alle Kannibalen...
- Früher sprach man von Todsünden, die es aber doch so gut wie gar nicht gibt – außer Mord, und da muss man noch auf die Umstände achten. Wenn Eltern keine Kinder wollen, dann wollen sie eben keine, es ist Sache der Eheleute. Es gibt heute doch nur noch eine Person, die dagegen ist, und das ist der in Rom...
- Im 20. Jahrhundert können wir uns doch nicht mehr an die Regeln des Franziskus halten! Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Bibel ja auch ganz verändert...
- Allen Leuten, die in die Messe kommen, gebe ich die Kommunion (Anm.: Das Wort ‚heilig’ fehlt natürlich!); es ist mir gleich, ob sie katholisch, evangelisch oder sonst was sind. Warum nicht?! Ich gebe dem kleinen Kind auf dem Arm der Eltern auch ein Stück...
Später komme ich im Gespräch mit dem Pater auf die heilige Kommunion zurück; doch auch da beharrt er auf seiner Auffassung: „Gott ist über uns, aber Brot bleibt Brot.“
Und er setzt hinzu: „Beichten brauchen wir nicht. Wer denkt denn heute noch an eine Familie mit fünf oder sechs Kindern? Heute doch wohl keiner mehr, nur noch der in Rom.“ Da lacht er ganz hässlich. Und:
„Früher gab es in der Kirche nur Verbote, dabei sollen wir doch die Frohe Botschaft verkünden! Und was wurde gepredigt? Eine Droh-Botschaft! Alle rufen: ‚Weg mit Drewermann!’ Lasst doch den Mann. Warum nicht? Lasst ihn doch!“
Darauf erhebt sich eine lange Diskussion, in deren Verlauf ich ihn frage, ob er die gesunde Lehre Jesu Christi nicht mehr ertragen könne und uns deshalb mit Fabeln füttere? Lange spreche ich mit ihm und - biete ihm meine Freundschaft an.
So hat der erste Tag meiner neuen Aufgabe als geistige Priestermutter ausgesehen. Die anderen Gläubigen in der Runde haben mich noch ermutigt mit den Worten: „Bleiben Sie stark!“ O Herr, eile mir zu Hilfe! Ich fühle mich viel zu klein, aber ich weiß gerade deshalb: „Gott will es!“

In späteren Jahren erreichten mich von Geistlichen auch Briefe, in denen sie Stellung zu diesem meinem Apostolat nehmen, das ich auch durch Verschicken von Kassetten ausübe. Hier zwei dieser Mut spendenden Schreiben:

Liebe Schwester in Christo,
Ihr Brief hat mich sehr gefreut. Dass Sie keinen leichten Stand haben, ist mir bewusst. Aber welche Chance, Rufer in der Wüste zu sein! So erlebe ich Sie, wenn ich in Ihre Ortskirche komme.
Es war mir Bedürfnis und Gedanke, Ihnen einen Segen zu spenden. Sie haben ihn und den Gedanken gespürt. Ich denke, so begegnen wir einander auch.
Er ist da, ich habe das ja auch versucht, in der Predigt ins Wort zu setzen. Viele wollen Ihn aber nicht hören noch sehen. Für alle diese Menschen sollten wir beten. Das ist nicht nur das einfache Kirchenvolk, nein, viel schlimmer...
Ich freue mich aufs Wiedersehen! Alles Liebe, Gute, Gottes reichen Segen
....
Sehr geehrte Frau Gisela Maria,
vor wenigen Tagen haben Sie mir eine Kassette überreicht, die ich inzwischen ganz angehört habe. Vielen herzlichen Dank dafür! Man spürt, dass da ein Herz spricht, das den Segen kennt, der dem Volk Gottes durch Priester zukommen kann, und deshalb schmerzt es tief, wenn deren Unzulänglichkeiten und manchmal krasse Versagen sich dem Wirken der Gnade in den Weg stellen.
Sie haben wiederholt gesagt, dass Sie niemanden verurteilen wollen, (sondern) nur aus dem inneren Herzen helfen, den frei gewählten Weg treu im Dienste Gottes und der Seelen zu gehen.
Die heutige Krise in der Kirche Gottes ist nicht so viel die Krise der Gläubigen, sondern die Krise des Klerus. Die gutgemeinten, von dem Konzil und von den verantwortlichen kirchlichen Obrigkeiten gestatteten Neuerungen wurden von nicht wenigen Geistlichen als Freibrief für jedwede Neuerung, die einem einfällt, verstanden. Das zeigt sich beim Religionsunterricht und in den liturgischen Feiern. Man hat vergessen, dass man nicht dazu bestellt ist, Herr über die Glaubenswahrheiten zu sein und mit dem Wesen der Kirche zu spielen, sondern Gott und dem Gottesvolk zu dienen. Jeder einzelne ist nur „servus Dei“, und der Papst trägt ja seit den Zeiten Gregors des Großen (um das Jahr 600) die Bezeichnung „servus servorum Dei“.
Sie haben erwähnt, dass Sie das Apostolat für Priester mit der geistlichen Hilfe Ihres Seelenführers ausüben. Das ist der richtige Weg, um selbst nicht den Schlichen des bösen Geistes zu verfallen und vor allem stets demütig zu bleiben.
Ich wünsche Ihnen den Segen Gottes für den nicht leichten, aber für die Kirche unserer Zeit unentbehrlichen Entschluss, für gute Priester zu wirken! Die heiligste Muttergottes, treue Mutter der treuen Priester, wird Sie sicher mit der Fürsprache bei Ihrem Sohn begleiten.
Ihr im Herrn Jesus Christus
...

Ich möchte am Schluss der Ausführungen zu meinem Apostolat für die Priester darauf hinweisen, dass es gerade in unserer Zeit sehr wertvoll und wichtig ist, dass viele Menschen in irgendeiner Form ein derartiges Apostolat übernehmen.
Vielleicht finden sich unter den Lesern welche, die dazu bereit sind.

Botschaften, die die Priester bzw. den Klerus betreffen siehe unter Botschaften für den Klerus