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Es sollen dem Inhalt dieses Buches einige Hinweise vorangestellt werden, die für dessen Verständnis hilfreich oder notwendig sind.

Man kann die inneren Einsprechungen, die es enthält, Privatoffenbarungen nennen, das heißt: Es sind sehr deutliche Worte, die von der Person, die sie empfängt, so wahrgenommen werden, als würden sie im eigenen Herzen entstehen und die – miteinander verbunden – eine Botschaft bilden.(1)

Es gibt Regeln zur Unterscheidung solcher authentischen Einsprechungen von falschen, die auf Betrug, auf krankhafte Einbildung oder ein Eingreifen des Teufels zurückgeführt werden können.
Weniger leicht ist es zu ergründen, wie viel der menschliche Anteil ausmacht, in welchem uns Gottes Worte entgegenkommen. Was von Gott kommt, bringt ein tiefes Gefühl des Friedens, erweckt eine größere Demut und ein stärkeres Vertrauen zum Herrn; es hilft uns, dem Bösen zu widersagen und das Gute zu tun; es achtet unsere eigene Freiheit und die unseres Nächsten.
Es steht jedem Katholiken frei, Schriften und Ereignisse, die im allgemeinen als 'Privatoffenbarungen’ bezeichnet werden, anzunehmen, unberücksichtigt zu lassen oder zu verwerfen.
Es ist allerdings wichtig, sich dabei vor zwei Extremen zu hüten: Vor kindlicher Leichtgläubigkeit, die weder die Person noch das Ereignis prüft, um auf menschlicher Ebene die Glaubwürdigkeit zu prüfen, bevor sie eine übernatürliche annimmt; und vor einer hochmütigen Oberflächlichkeit, die das ablehnt oder dagegen ankämpft, was in Wirklichkeit ein Werk Gottes sein könnte.
Die Prüfung der Texte muss im Licht der Heiligen Schrift und des authentischen Lehramtes der Heiligen Kirche geschehen.
„Erscheinungen und übernatürliche Zeichen unterbrechen die Geschichte. Sie treten auf lebendige Weise in die menschlichen Fährnisse ein und begleiten den Weg der Welt, wobei sie Gläubige und Ungläubige überraschen. Diese Kundgaben, die dem Inhalt des Glaubens nicht widersprechen können, müssen auf den zentralen Gegenstand der Verkündigung Christi zulaufen: die Liebe des Vaters, der die Menschen zur Umkehr bewegt und die Gnade schenkt, sich in kindlicher Ergebenheit Ihm zu überlassen.“ (2)

Nach diesen grundsätzlichen Darlegungen folgen nun solche, die dabei behilflich sein sollen, diese Grundsätze auf den Inhalt des Buches anzuwenden.
Nicht alles, was ein Mensch, erleuchtet vom Licht des Glaubens, mit seiner menschlichen Vernunft erkennt, braucht bereits einen übernatürlichen Ursprung zu haben.

So wurde Kardinal Ratzinger gefragt:
„Johannes Paul II. meinte einmal: 'Wenn man sich mit Gott beschäftigt, kann man von dem Licht empfangen, das einem die Wege des Herrn aufzeigt und damit etwas vom Plan Gottes enthüllt.’ Heißt das, dass man mit dem Glauben sogar in die Zukunft sehen kann?“ (3)
Und er antwortete: „In der Tat können wir etwas von dem Plan Gottes erkennen. Diese Erkenntnis reicht über das individuelle Schicksal meiner Person und meines Weges hinaus. Wir können damit auch im Rückblick auf das Große der Geschichte sehen, dass hier nicht etwas zufällig dahintreibt, sondern ein Weg enthalten ist und ein Ziel angesteuert wurde. In dem scheinbar so zufälligen Geschehen können wir eine innere Vernunft, die Vernunft Gottes kennen lernen.
Wenn wir damit auch nicht voraussagen können, was dann und dann geschieht, so kann doch eine bestimmte Wachheit für die Gefahren entstehen, die in bestimmten Dingen liegen; und umgekehrt für die Hoffnungen, die in anderen Dingen liegen. Es entsteht ein Sinn für die Zukunft, indem ich sehe, was auf der einen Seite Zukunft zerstört - weil es der inneren Logik des Weges entgegengesetzt ist - und was auf der anderen Seite weiterführt - weil es positiv Türen öffnet und dem inneren Plan des Ganzen entspricht. Insofern entsteht die Fähigkeit, Zukunft zu diagnostizieren.
So ist es ja auch bei den Propheten. Sie sind ja nicht als Wahrsager zu verstehen, sondern als Stimmen, die von Gott her die Zeit erkennen und dadurch warnen können vor dem, was zerstörerisch ist - und andererseits anzeigen, wo der Weg ist, der richtig führt.“ (4)
Immer wieder- und wie sehr in unserer Zeit - versuchen aber Menschen, das Kommende genauer zu erforschen, ja zu berechnen. Wie sehr jeder, der solches tut – vielleicht auch mittels dieses Buches - irrt, versucht der folgende Text einsichtig zu machen. Diese eschatologische Betrachtung, die von einem Moskauer Erzpriester im Jahre 1880 niedergeschrieben wurde, ging in der Stalinzeit in unzähligen Abschriften von Hand zu Hand: (5)
„...Prophezeiungen dürfen uns aber nicht zum Rätselraten verleiten; wir dürfen nicht vergessen, dass das Ende schon zur Zeit der Apostel erwartet wurde, und zwar so intensiv, dass diese sich gezwungen sahen, die Gemeinden zu beschwichtigen.
Das Warten auf die Wiederkunft Christi wiederholte sich in der Geschichte immer wieder. Die Antwort ist aber einfacher, als man glaubt: Die Termine sind uns nicht als etwas Unvermeidliches aufgezwungen, sondern im Sinne einer göttlichen Vorschau angedeutet. ‚Vorausbestimmend’ ist alles, doch nur, weil der Herr allwissend ist:
Vorausbestimmend ist, was Er voraussieht. Das Zukünftige sieht Er, wie wir das Vergangene. Die Vernunft, die dem Menschen und in einem noch höheren Maße den Engeln (auch den gefallenen) gegeben ist, kann nur das voraussehen, was eine Schlussfolgerung aus einem Sachverhalt zulässt.
Hier liegt die Erklärung dafür, dass Satan nie wissen kann, ob es ihm gelingen wird, den Menschen zu Fall zu bringen. Er weiß nur, dass der Mensch, seiner augenblicklichen (körperlichen und seelischen) Verfassung nach, fallen kann und vielleicht sogar fallen wird. So tritt er an ihn mit der Versuchung heran.
Aber der Angefochtene erhält seinen freien Willen, und das Wirken dieses Faktors ist für Satan undurchschaubar. Darum spielt im Kampf um Gut und Böse der Wille des Menschen die entscheidende Rolle. Von ihm hängt letztlich auch die Dauer der apokalyptischen Phasen ab.
Hier zwingt sich der Gedanke auf: Ist vielleicht der sich in Liebe frei zu Gott bekennende Mensch jenes 'Aufhaltende’, das dem Antichrist den Eintritt in die Welt verwehrt? Er, das apokalyptische Tier, der mit großer Machtfülle ausgestattete Widersacher Christi, ist bereit zu erscheinen, sobald ihm Einlass gewährt wird! Er wartet nur darauf, die Weltherrschaft anzutreten.
Gottes Langmut ist aber bereit, uns davor zu bewahren. Die Entscheidung fällt der Mensch. Er ist es, der die Termine bestimmt. In der Abhängigkeit von unserem Verhalten dem Herrn gegenüber liegt die Erklärung, warum sie uns ‚vorenthalten’ werden.
Abgesehen davon, dass solches Wissen für uns unerträglich wäre, würde es auf eine verhängnisvolle Weise unseren Willen lähmen. Uns Christen tut lediglich die Fähigkeit not, das Ausreifen der Welt für den letzten Tag zu beobachten und da, wo wir stehen, der Sache Gottes zu dienen.“ (6)
Im schon eingangs zitierten Text der Kongregation für die Glaubenslehre heißt es:
„...Wie kann man sie - die Privatoffenbarungen - von der Schrift her richtig einordnen? Was ist ihre theologische Kategorie?
Der älteste und erhaltene Paulusbrief, wohl überhaupt das älteste Schriftstück des Neuen Testaments, der erste Brief an die Thessalonicher, scheint mir da Wegweisung zu geben. Der Apostel sagt da: 'Löscht den Geist nicht aus! Verachtet prophetisches Reden nicht! Prüft alles und behaltet das Gute!’ (5.19-21)

Zu allen Zeiten ist der Kirche das Charisma der Prophetie gegeben, die geprüft werden muss, aber auch nicht verachtet werden darf. Dabei müssen wir bedenken, dass Prophetie im Sinn der Bibel nicht Wahrsagerei bedeutet, sondern Deutung von Gottes Willen für die Gegenwart, die auch den rechten Weg in die Zukunft zeigt.
Der Wahrsager antwortet auf die Neugier des Verstandes, die den Schleier der Zukunft wegreißen will; der Prophet begegnet der Blindheit des Willens und des Denkens und macht Gottes Willen als Anspruch und Wegweiser für die Gegenwart deutlich. Das Moment der Vorhersage von Zukünftigem ist dabei sekundär. Wesentlich ist die Vergegenwärtigung der einen Offenbarung, die mir so auf den Leib rückt: Das prophetische Wort ist Ermahnung oder auch Tröstung oder beides ineinander.“ (7)
Das vorliegende Buch enthält verschiedentlich konkrete Ankündigungen schwerer göttlicher Heimsuchungen. Diese Ankündigungen enthalten sozusagen und stellen dar eine Zustandsschilderung von Kirche und Welt. Sie sind als „bedingt“ anzusehen, das heißt als vom Verhalten der Menschheit abhängig, ähnlich wie es eine Stelle im sogenannten „Blauen Buch“ anzeigt:
In dem unter Nr. 8 der „Anmerkungen“ am Schluss dieser „Erläuterungen“ näher bezeichneten Buch findet sich - unter mehreren anderen - ein wichtiger Hinweis, der auch für das Verständnis des vorliegenden Buches Anwendung finden muss. Er steht auf der Seite 49 und beginnt mit den Worten: „Sagt daher nicht, was du uns vorhergesagt hast, ist nicht eingetroffen, sondern dankt dem himmlischen Vater (...)“ um fortzufahren „weil er (...) wegen eurer Leiden (...) die Zeitspanne der Gerechtigkeit noch aufschiebt, damit die Zeitspanne der großen Barmherzigkeit erblühen kann.“

In diesem nicht im Handel erhältlichen Buch „An die Priester, die vielgeliebten Söhne der Muttergottes“ befindet sich auf Seite 1262 eine Stelle, in der sehr betont ausgesagt wird, dass es zu spät sei, dass die Strafen für die Menschheit unabwendbar („...nicht mehr möglich“) seien. Doch schließt diese Aussage mit einer Bitte der Muttergottes, die zugleich bedeutet, dass es doch nicht zu spät, dass vielmehr noch alles abwendbar sei, wenn es da heißt: „Vereinigt euren Schmerz mit meinem Schmerz, um nochmals für die Welt das Wunder der göttlichen Barmherzigkeit zu erflehen.“ (8)
Alle in dieser vorliegenden Einleitung zu diesem Buch gemachten Ausführungen können und dürfen jedoch in keiner Weise die an mehreren Stellen sehr ernsten, ja erschreckenden Aussagen dieses Buch ihres Ernstes berauben; sie wollen im Gegenteil gerade verhindern, dass der Leser die warnende Liebe Gottes übersieht, die dahinter auf unsere endliche Bekehrung wartet, wie Er es schon im Alten Testament gegenüber Ninive tat, das verschont und gerettet wurde.
Sollten Stellen des Buches dennoch einen Leser in Verwirrung bringen, sei ihm empfohlen, die weitere Lektüre des Buches aufzuschieben, um Rat zu suchen oder sie zu beenden.
Der dreifaltige Gott steht mit einem Herzen voll glühender Liebe vor einem jeden von uns und wirbt – ja bettelt - zu unserem Heil, das zugleich Seine Freude ist, Seine Freude wäre: um unsere Liebe.
Ist das nicht auch die Aussage der Kongregation für den Glauben, wenn sie bei ihrer Erklärung des dritten Geheimnisses von Fatima sagt:
„Der dritte Teil des Geheimnisses ist eine symbolische Offenbarung, die sich auf diesen Teil der Botschaft bezieht und von der Tatsache abhängig ist, ob wir das annehmen oder nicht, was die Botschaft von uns verlangt: ‚Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren, und es wird Friede sein; wenn nicht, dann wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, ...’ usw.

Von dem Augenblick an, da wir dem Ruf der Botschaft nicht Rechnung trugen, stellen wir fest, dass die Botschaft sich bewahrheitet hat, dass Russland die Welt mit seinen Irrlehren eingenommen hat.
Und wenn wir die vollständige Erfüllung des Endes dieser Prophezeiungen noch nicht feststellen, dann sehen wir, dass wir allmählich mit weiten Schritten darauf zusteuern, wenn wir nicht den Weg der Sünde, des Hasses, der Rache, der Ungerechtigkeit, der Verletzung der menschlichen Person, des unmoralischen Verhaltens und der Gewalt usw. verlassen.

Und sagen wir nicht, dass Gott es ist, der uns so straft; im Gegenteil: Es sind die Menschen, die sich selbst die Strafe bereiten. Gott gibt uns das in Seiner Fürsorge kund und ruft auf den guten Weg. Dabei achtet Er die Freiheit, die Er uns gegeben hat. Deshalb sind die Menschen verantwortlich.“ (9)
Ein Kommentar zur Heiligen Schrift, der Apokalypse ‚Offenbarung des heiligen Johannes’, fasst das, wozu die Stunde und die Liebe Gottes uns aufrufen, kurz so zusammen:
„Erinnere dich also, bedenke, überlege, ziehe die Bilanz zwischen dem, was war, und dem, was jetzt ist. Teilweise wirst du darin den abrupten Abfall erkennen und teilweise die langsame, unmerkliche Abkühlung.(...) Bekehre dich. Bereue. Nimm auf dich die beißende Erkenntnis der Schuld, das Schmerzhafte, das sie enthält. Fürchte dich nicht, allem ins Auge zu sehen, was in ihr liegt. Und sei bereit, innerhalb dieser Reue die Buße auf dich zu nehmen. Das alles ist eingeschlossen in der Forderung der Bekehrung, der Zur- Verfügung- Stellung des Geistes dem Herrn gegenüber. Erkenntnis der Schuld genügt nicht; sie muss weitergehen zur Erkenntnis der Bußnotwendigkeit, ja zur Bitte um die Buße.“ (10)
Während in Russland die Gottlosigkeit durch alle Mittel der staatlichen Gewalt jede Religiosität zu ersticken suchte, gingen die oben wiedergegebenen Gedanken eines russischen Priesters heimlich von Hand zu Hand. Und während in Deutschland das gottlose, sich den apokalyptischen Namen „das Dritte Reich“ zulegende Regime seine Unterdrückung des Glaubens durchzusetzen bemüht war, schrieb der deutsche Dichter und Kulturphilosoph Reinhold Schneider, dessen Schriften im „Dritten Reich“ gleichfalls wie jener andere Text in Russland, unter der Theke gehandelt, von Hand zu Hand weitergereicht wurden und im Gepäck vieler Soldaten waren, ein Sonett, das wie die Worte des russischen Priesters auf den göttlichen Hintergrund der Geschichte gerade auch unserer Tage ein Klarheit schenkendes Licht wirft:

Im Gewande des Unheils schreitet die Gnade sicheren Schrittes durch die Zeiten. Hinter allen Bildern des Grauens harrt die Vollendung der Seelen. Gott allein weiß, welchen Leides wir bedürfen, und Er sendet es uns in heiligster, unerbittlicher Barmherzigkeit. Jetzt ist der Heiligen Zeit! (11)In unseren Tagen voll Herzenskälte, Sittenlosigkeit, Glaubensabfall und Gleichgültigkeit gegenüber Gott und den Grundfragen des menschlichen Daseins auf Erden scheint es wiederum notwendig, dass sich der Ruf erhebt: „Wächter, wie weit ist es in der Nacht?“ Dieses Buch will ein solcher Ruf sein, ein Ruf vom Himmel, der auf unsere Antwort hofft.

Anmerkungen

1) Vgl. Tanquerey, „Grundriss der aszetischen und mystischen Theologie
Paris, Tournai (Belg.), Rom 1935, Nr. 1494
Auffällige Phänomene wie Levitationen (Schweben) oder Bilokation etc. „können Begleiterscheinung der Mystik sein, sind aber nicht sie selbst. Bleibt man bei ihnen stehen, so verdecken sie das Eigentliche.“
Was Mystik - ein heute oft unaufrichtig oder missbräuchlich verwendetes Wort – ist, legt Hans Urs von Balthasar einmal wie folgt dar; seine Gedanken können auch zur Würdigung des vorliegenden Buches ein Beitrag sein:
„Mystik ist primär weder ein religionsgeschichtliches Phänomen (so dass christliche Mystik mit der sogenannten „Mystik“ anderer Religionen unter einen gemeinsamen Oberbegriff eingereiht werden könnte), noch ist sie ein psychologisches Phänomen (so dass ihr Wesen durch Erforschung seelischer „Zustände“ oder durch Selbstaussagen der Mystiker über solche „Zustände“ erkannt werden könnte). Es geht in der christlichen Mystik weder um „Religion“ noch um „Seele“, sondern um Offenbarung Gottes in Jesus Christus, vermittelt in einem besonderen, vom Heiligen Geist gebildeten Zustand eines kirchlichen Empfängers und Vermittlers.
Das Prophetische und das Mystische bilden so wenig einen Gegensatz zueinander (wie die Protestanten oft annehmen), dass sie im Ursprung geradezu identisch sind. Damit ist der einzig mögliche Ausgangspunkt gewonnen, theologisch über Mystik zu reden.
Die Folgerungen daraus, die von Adrienne von Speyr ausdrücklich oder andeutungsweise gezogen werden, sind diese:
a) Alle christliche Mystik in der katholischen Kirche steht unter dem Maßstab der Mystik der biblischen Offenbarung, und zwar ebenso sehr für ihren Inhalt wie für die Bedingungen ihres Empfanges, und sind von diesem Maßstab her zu beurteilen.
b) Alle echte christliche Mystik kommt von Gott in Christus und wendet sich an die Kirche: Sie ist wesentlich Vermittlung und in ihrer Bestimmung sozial und kirchlich, und sie ist als Mystik des menschgewordenen Wortes Gottes für glaubende geistliche Ohren verständlich.
c) Alle echte christliche Mystik ist für den vermittelnden Dienst am Worte Gottes; sie ist also nicht primär „Erlebnis“ oder „Zustand“, sondern Durchgabe einer vom Menschen unabhängigen und daher aus keinem Zustand herauszulesenden und mit keinem Zustand inhaltlichen und objektiven Wahrheit und Botschaft. Von dem zur Vermittlung ausersehenen Menschen wird die reine Diensthaltung verlangt: volle Indifferenz und Selbstlosigkeit.“
(S. diese Anmerkungen, unten Nr. 10)

2) Kongregation für die Glaubenslehre „Die Botschaft von Fatima“, Rom, 26.6.2000, Internetfassung S.1

3) Joseph Kardinal Ratzinger „Gott und die Welt“, Stuttgart. München,
2. Auflage 2000; ISBN 3-421-05428-2, Seite 52

4) ebenda, Seite 53

5) Leonore Schumacher „Die Stadt im Feuer“, Stein am Rhein, 1989, ISBN 3-7171-0026-X, Seite 209

6) Ebenda, Seite 215ff

7) Vgl. in diesen Anmerkungen oben Nr. 2, Seite 16

8) „An die Priester, die vielgeliebten Söhne der Muttergottes“, 11. Auflage, Seite 1262, erhältlich bei der
Marianischen Priesterbewegung, Blumenfeld, Schlossstr. 8, D-78250 Tengen

9) vgl. in diesen Anmerkungen oben Nr. 2, Seite 4

10) Adrienne von Speyr „Apokalypse“, Einsiedeln, 3. Auflage 1999, Seite 126ff, ISBN 3-89411-2484

11) Dieses prophetische „Jetzt“ ist das Echo aus der Feder des Dichters auf das „Jetzt“, das der Heilige Geist in den Schriften des Alten und Neuen Testamentes, das der Mund des Herrn im Evangelium und das die Hl. Kirche in ihrer Liturgie sprechen:
Jetzt ist sie da die Zeit des Heils (...) Heute, wenn ihr Seine Stimme hört, verhärtet nicht euer Herz (...) Ich stehe vor der Tür und klopfe an (...) Was ich euch sage, das sage ich allen: Wachet! (...) Ihr wisst weder den Tag noch die Stunde (...) Wenn ihr euch nicht bekehrt, werdet ihr alle ebenso umkommen (...) Wenn jener Knecht aber denkt: „Mein Herr kommt noch lange nicht“, dann wird Er zu einer Stunde kommen, an der er es nicht vermutet (...)
Für dieses „Jetzt“ ist uns also die Barmherzigkeit Gottes versprochen, nicht für morgen, nicht einmal für den nächsten Augenblick.
An anderer Stelle klagt der Herr, dass wir das „Jetzt“, nämlich die Vorzeichen von Jahreszeit und Wetter, kennen und uns danach richten, nicht aber erkennen wir das für unsere Ewigkeit entscheidende „Jetzt“, die Zeichen der Zeit.
Wenn dieses Buch solche Zeichen aufzeigt, die zugleich die Zeichen dieses „Jetzt“ unserer Tage sind, so duldet doch unsere Antwort auf diese Zeichen, wenn sie auch „bedingt“ sind, gerade deswegen keinen Aufschub. Das zeigt deutlich genug ein Blick in die Heilsgeschichte, ein Blick auf Ninive und Sodom und Gomorra, ein Blick auf Fatima, ein Blick in die Realität der augenblicklichen Weltzeit.