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Aus dem Jahr 1993

S. 14
Schon Ende 1993 sah ich oft in der Gebetswache, dass sich die Statue der Lieben Frau von Fatima während des Rosenkranzes veränderte: Sie wurde größer und schöner. Manchmal strahlte Sie mich an. Manchmal weinte Sie, doch die Tränen waren wie Kristalle, und beim Herunterfallen lösten sie sich auf, sie sprangen auseinander. Viele außergewöhnliche Zeichen schenkte Sie mir.


S.15
Maria wurde mir immer vertrauter. Einmal kam ich zu spät ins Zönakel, die Leute sangen das Lied: „Maria, breit den Mantel aus“, im gleichen Augenblick breitete die Fatima-Statue vor meinen Augen den Mantel ganz weit auseinander, so als wollte Sie sagen: „Kommt alle unter Meinen Mantel!“


Am 17.12.95 (S. 16) hatte die Gottesmutter ein Kind an der Hand, ich glaube, dass es ein kleines Mädchen war. Als Sie erschien, blieb ich wie angewurzelt stehen, obwohl ich mich in einer eucharistischen Prozession befand.
Ich tat es so, dass die Leute nichts merkten. O wie schön war Sie, groß und majestätisch. Sie hatte einen weißen, weiten Mantel an und ein königsblaues Kleid. Selten sah ich Sie so schön, so dass die Erinnerung daran immer in mir lebendig bleibt.
Dieses Buch hier schreibe ich aus Liebe und Dankbarkeit zur geliebten Mutter. Ich weiß, dass die Gottesmutter wahrhaft zumindest in der Fatima-Statue und auch in der Rosa Mystica gegenwärtig ist, aber zu Don Gobbi sagte Sie ja (s. Anm. 6), dass alle Ihre Statuen Zeichen Ihrer Gegenwart seien. Wenn ich Sie umarme, ist es wie ein Strom, welcher von dem heiligsten Herzen Mariens in mein Herz überströmt, es ist spürbar.

 

Aus dem Jahr 1994

Am 24. oder am 25. März 1994 (S. 17) war es gewesen: Ich stand vor meinem Altärchen und betete den Rosenkranz. Vor der Rosa Mystica stand eine Vase mit 20 roten Tulpen. Als ich gerade betete „gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes“, da neigten sich 20 Tulpen gleichzeitig der Gottesmutter zu (etwa bis zur Hälfte der Stiele) und standen nach etwa 30 Sekunden gemeinsam wieder auf! Dabei wurde mir die Eingebung geschenkt: Wie hoch hat Gott Sie erhoben, wenn sich sogar die Pflanzen vor Ihr verneigen! Vor tiefer, innerer Freude konnte ich nicht mehr weiterbeten
Dann hörte ich im Innern die Worte:
„Komm doch mal nach Medjugorje, an den durch Mich geheiligten Ort.“
So fuhr ich hin. Auf dem Weg zum Friedensmarsch setzte ich mich im Bus zu einer netten, stets sanft lächelnden Frau. Diese sprach den ganzen Weg kein Wort. Obwohl ich immer wieder versuchte, mit ihr ein Gespräch anzufangen, war nichts zu machen. Ich dachte, vielleicht verstehe sie kein deutsch? Doch beim Aussteigen am Zielort sprach Sie mich dann doch an:
„Ich schenke Ihnen diesen Rosenkranz, er ist aus Ungarn, an Ort und Stelle gesegnet. Ich reise um die Welt und verschenke diesen Rosenkranz.“
Ich stieg als erste aus, Sie war hinter mir. Ich wollte mich jetzt bei Ihr bedanken, doch ach - Sie war weg; Sie war wie in Luft aufgelöst: Wie konnte Sie so schnell verschwinden? Ich suchte vor dem Bus, hinter dem Bus und in dem Bus. Alles vergebens! Ihre nette, stille Art war einfach nicht menschlich, sondern wunderbar heilig. Sie hatte immerzu gelächelt, und ich dachte mir: Welch eine seltsame Frau (Ihr Alter würde ich mit 40 - 50 angeben).
Die Aufklärung bekam ich an Pfingsten in einem Traum: Ich sah die liebe Gottesmutter in einem weißen Gewand. Sie hatte einen roten Liebesflammenrosenkranz in der Hand. Diesen hielt Sie mir hin und sagte:
„Ich habe dir diesen Rosenkranz geschenkt - bete, o bete ihn doch.“
Ich sah die Gottesmutter ganz deutlich. Wenn ich ein Maler wäre, dann könnte ich das Bild nachmalen. Sie war in einer großen Wolke, plötzlich gingen die Wolken zur Seite, und Sie stand in himmlischer Schönheit mit dem Rosenkranz da, Sie hielt ihn mir hin. Ihr Gesichtsausdruck verriet mir, dass Sie Sorgen hatte, und Ihre Worte waren flehend, bittend.
Ohne dass Sie es mir sagte, wusste ich, dass dieser Rosenkranz wichtig und besonders für Kranke sei. Der erste Patient, der ihn bekam, war mein Seelenführer. Er wurde gesund.

 

Aus dem Jahr 1995

Im Jahr 1995 (S. 22) rief mich die Gottesmutter erneut nach Medjugorje. Diesmal musste ich wegen des Krieges mit dem Linienbus fahren. Wir waren den ganzen Tag und die ganze Nacht durchgefahren. Da wurde ich seekrank. Ich musste mich übergeben. Es war schlimm. Der Bus musste anhalten, ich stieg aus. In meiner Not flehte ich zur Königin des Friedens: „Liebste Mutter, wenn Du mich hierher gerufen hast, dann will ich Dich jetzt von ganzen Herzen bitten, mir zu helfen, sonst bleibe ich hier sitzen. In diesem Zustand steige ich nicht mehr in den Bus ein.“ Einige Minuten später war ich gesund, die Leute im Bus sprachen von einem Wunder: Ich konnte essen und trinken. Dann fing ich in großer Dankbarkeit an, auf der ganzen Fahrt bis Medjugorje ein Marienlied nach dem anderen zu singen.

Die ersten zwei Tage waren dort schrecklich, denn der Feind heftete sich an meine Ferse, er schüttelte mich: Ich schrie die Leute an, es war entsetzlich. Ein Diakon betete den großen Exorzismus und salbte mich mit geweihtem Öl. Augenblicklich trat Stille ein. Ich legte mich schlafen. Abends ging ich auf den Erscheinungsberg; man hatte mir gesagt, dass die Gottesmutter dem Ivan erschiene. Es war eigenartig. Es schien mir alles so leicht; den Berg bin ich hochgesprungen, ich schwebte, mein Körper war ganz leicht: Die Gottesmutter wollte, dass ich zum Erscheinungsberg kommen sollte! Anders kann ich es mir nicht erklären.
Plötzlich wurden alle ganz still, da sah ich in der Luft ein helles, wunderschönes Licht. Am Tag darauf ging ich übrigens zur Rückversicherung zum Herrn Diakon und fragte, ob es auf dem Erscheinungsberg elektrisches Licht gäbe, er sagte: „Nein.“ Es war also ein Zeichen des Himmels gewesen, und dabei hatte ich noch einen Dornbusch mit vielen spitzen Dornen gesehen und in meinem Innern die Worte gehört:
„Bis zum letzten Blutstropfen!“
Den Inhalt dieser Worte habe ich zu jenem Zeitpunkt nicht so recht verstanden.
Bei einer Busfahrt sprach mich ein fremder Mann an: „Wenn Sie einmal die Bekanntschaft mit dem Teufel machen, brauchen Sie keine Angst zu haben, denn das ist ein Zeichen, wie sehr Gott Sie liebt.“ Welch wunderbares Geheimnis schenkte mir der Ewige durch ihn! Ich denke, dass ein Geheimnis so lange schön ist, wie es verborgen bleibt. Dennoch: Himmlische Früchte haben einen hohen Preis; nur wer die Liebe übt, sagt: „Ja!“

05. Januar 95 (S. 24)
Ich hatte eine erneute Schauung: Während ich in die Sonne schaute, stieg eine große, dunkle Rauchsäule auf, groß und mächtig. Diese streute schwarzen Regen aus. Dann veränderte sich die Rauchsäule, sie wurde violett, aber es staubte immer noch. Nun eilte ich zur Rosa Mystica, doch ein neuer Schreck erwartete mich, denn die Statue erzitterte. Da erschrak ich vor dem Unheil, das sich am Himmel abzeichnete, und fing auch an zu zittern. Der Boden, auf dem ich kniete, hob und senkte sich von alleine. Die Sonne schien durch das Fenster, zuerst dunkelviolett, dann blutrot. Später ging die Sonne ins normale Gelbliche über. Dann schwanden die Zeichen.
Später sagte mir die Liebe Frau von Fatima bei einer Erscheinung, dass die Zeichen in der Sonne echt seien, ich solle alles demütig annehmen.

11. Februar 95 (S. 25)
Heute sah ich drei Sonnen: eine gelbe, eine rote und eine fast schwarze. Die dunkle Sonne machte ihren großen Mund auf und schluckte die rote Sonne herunter. Danach sah ich wieder die Rauchsäule zum Himmel aufsteigen. Je höher sie stieg, je größer und breiter wurde sie. Die gelbe Sonne war plötzlich belebt mit vielen Menschen in weißen Kleidern, die mit kleinen Kindern spielten. In der Mitte der Sonne sah ich eine Schöne Frau, vor der sich alle verneigten.

01. März 95
Pater Pio erschien mir und erklärte die Vision:
„Ich will dir die Zeichen der drei Sonnen erklären. Die rote Sonne zeigt die große Macht Satans. Die dunkle Sonne ist ein Zeichen der Finsternis. Wenn die Drangsal auf dem Höhepunkt ist, verschlingt die Finsternis den Teufel; er sieht nichts mehr und stürzt so in die ewige Hölle hinab (die finstere Sonne verschlingt die rote Sonne). Die Rauchsäule ist das Zeichen der großen Zerstörung. Rauch steigt zum Himmel als Zeichen der großen Katastrophe. Die gelbe Sonne bedeutet das Zeichen der Apokalypse, in der Bibel beschrieben als die Frau, mit der Sonne bekleidet.“
Dabei lächelte Pater Pio, so wie ich ihn noch nie gesehen hatte. Er schenkte mir diese Erklärung übrigens genau zwei Jahre nach dem denkwürdigen Tag, an dem ich die Gottesmutter zum erstenmal schauen durfte.

24. März 95 (S. 26)
Jetzt erschien mir die Gottesmutter jeden Freitag, es war unfassbar. Mal sah ich Sie während des Rosenkranzes, mal ganz am Schluss bei den sieben Vaterunsern. Ihre himmlische Schönheit ist nicht zu beschreiben, dieser liebevolle Blick... Am liebsten möchte ich alles schweigend im Herzen bewahren. Wenn ich Sie gesehen hatte, dann war ich tagelang in einem nicht zu erklärenden Freudenmeer. Die Arbeit fiel mir ganz leicht, nichts war mir zuviel, weil ich Ihr Freude machen wollte und weil ich immer an Ihre Liebe denken musste.

04. April 95
Wieder erschien mir Pater Pio und erklärte wichtige Zusammenhänge:
„Maria bereitet die zweite Ankunft Ihres Sohnes vor. Die zweite Ankunft Jesu wird durch Maria, Seine heiligste Mutter, kommen. Maria ist Miterlöserin, nicht nur, weil Sie unter dem Kreuz gestanden und mitgelitten hat. Maria ist Miterlöserin durch Ihre eigene, freiwillig übernommene Passion. Deshalb kommt unsere zweite Erlösung, so wie die erste, wieder durch Maria. Sie wird uns erlösen von Hass, Neid, Habgier, Feindschaft, Krieg, Irrlehren, von Freimaurerei und Kommunismus. Sie wird uns erlösen vom weltlichen Denken, welches diese Welt so sehr zerstört hat. Sie wird uns erlösen von allem, was uns von Jesus trennt. Wir werden uns zu Ihren Füßen niederwerfen und Sie als Siegerin verehren.
Dann wird der Heilige Vater das Dogma: „Maria, Siegerin und Miterlöserin“ über die ganze Welt verbreiten.
Durch Sie wird die Welt gereinigt von aller Schuld, Sie wird uns mit Ihrem Sohn Jesus versöhnen. Dann wird der Welt eine neue, marianische Zeit geschenkt werden. Die Menschen werden wieder arm, rein und gottesfürchtig sein.“

04. Mai 95 (Maasmechelen) (S. 27)
Wir teilten die Leute im Bus in drei Gebetsgruppen auf, da wir nicht alle auf einmal in das Heiligtum reinpassten. Bei der letzten Gruppe war ich. Nach der Gebetszeit, als sich schon einige von meiner Gruppe entfernt hatten, ging ich einmal ganz nach vorne vor die weinende Madonna. Plötzlich fing ich laut zu sprechen an:
„Liebste Mutter, ich empfehle Dir die Anliegen all derer, für die ich hier beten soll. Alles lege ich in Dein Herz. Ich empfehle Dir auch alle Beter der Fatima-Gebetswache.“
Da schenkte Sie mir einen starken Rosenduft, so als hätte jemand ein Fläschchen vom teuersten Parfüm ausgeschüttet. Dies geschah dreimal. Da fing ich an, mich bei den Leuten für Sie zu bedanken. Ich sagte:
„Die liebe Gottesmutter möchte sich bedanken, dass so viele gekommen sind. Unsere Anliegen hat Sie alle in Ihr Herz aufgenommen. Sie will uns sagen, dass Sie uns alle sehr liebt.“
Als ich mit dem Sprechen fertig war, erschrak ich: Die Worte waren aus meinem Mund gekommen, ohne dass ich sie zu sprechen beabsichtigte! Sie wollte den Leuten danken, Sie tat es durch meinen Mund.

16. Mai 95 (in Exerzitien) (S. 28)
Jeden Tag Gnaden, Gnaden ohne Ende!
Sie schenkte mir die Gnade, mehrere Dinge zur gleichen Zeit tun zu können. Bei allem, was geschah, schaute ich Ihr unentwegt in die Augen, dies ging natürlich nicht ohne viele Tränen der Rührung. So weinte ich immerzu, bei allen Vorträgen. Damit es die Leute nicht so sahen, setzte ich mich in die letzte Reihe. Ich hatte jedes Wort gehört, welches der Priester sprach, und zur gleichen Zeit alles aufgeschrieben, was die Gottesmutter sagte. Ich vereinigte mein armes Herz mit dem reinsten Herzen der Gottesmutter, nur so konnte Ich es verstehen. Zuerst sagte Sie:
„Warum bist du so aufgeregt, bleibe doch ganz ruhig, Ich bin doch bei dir, Ich habe dir doch versprochen, dass Ich immer bei dir bin, Ich lasse dich nicht allein.“
Dabei hüllte Sie mich mit himmlischer Liebe ein. Während ich Sie ohne Unterlass anschaute, schrieb meine Hand weiter, und dennoch hörte ich jedes Wort des Priesters. Wie ein sanfter Regen im Mai schüttete die geliebte Mutter Gnaden über mich aus. Sie gab mir zu verstehen, dass Sie jeden einzelnen zu diesen Exerzitien gerufen habe. Jede Bewegung von Ihr war eine Geste der barmherzigen Liebe, Sie war so schön! Sie sagte:
„Ich bin eure Mutter, und deshalb nehme Ich an eurem Zönakel teil; Ich tue es, weil Ich Meine Kinder so sehr liebe.“
Während der Priester Maria mit schönen Worten lobte, schloss Sie demütig Ihre Augen. Ich hörte im Innern:
„So wie Ich es dir durch das Büchlein gesagt habe, so bin Ich jetzt zugegen mit Meinem verklärten Leib.“
Dann sah ich Sie an, so als wollte ich in Ihr versinken; das ging nicht ohne Weinen. Aus meinem Herzen drang es unaufhörlich: „Ich liebe Dich so sehr.“ Ach hätten mir die heiligen Engel doch schönere Worte eingegeben, dass ich Sie hätte würdiger loben können! So wie der Priester sprach, so veränderte Sie Ihren Gesichtsausdruck. Wenn zum Beispiel der Priester lächelte, dann lächelte auch Sie...
Dann kamen große Zweifel, ich dachte, dass es vielleicht nur an meinen Augen liege. Aber weil ich so dachte, kam Sie am Nachmittag nicht. Vor Schmerz weinte ich erneut, da vernahm ich im Innern:
„Du bist wirklich schwerfällig!“
Da erfasste mich eine tiefe Reue, ich erkannte die List des Feindes.

17. Mai 95 (S. 29)
Kaum hatte der Vortrag begonnen, da sah ich vor meinen Augen erneut die Schöne Frau. Sie war wiedergekommen. Dabei hatte ich solche Angst, dass Sie mir böse wäre... Sie jedoch lächelte mir zu! Dann versetzte Sie mich in einen Zustand, der sich nur schwer beschreiben lässt: Ich fühlte mich ganz leicht, so als sei mein Körper nicht mehr da. Sie zog mich an Ihr Herz; ich sagte: „Mütterchen, mein Mütterchen, wie sehr musst Du uns lieben, wie schnell kannst Du verzeihen! Wann nimmst Du mich mit?“ Keine Antwort, nur ein Lächeln. Da blieb mir nur Weinen.
Nachmittags war Sie wiedergekommen. Ihr Mantel war aus Stoff, himmelblau. Obwohl wir im Saal waren, bewegte sich Ihr Mantel, als wäre er im zarten Sommerwind. Dann drehte Sie sich mir zu und schaute mir in die Augen. Da versprach ich Ihr, dass ich Sie nicht mehr mit meinen Zweifeln enttäuschen wolle. Da spürte ich im Innern Ihre mütterliche Zärtlichkeit. Sie wollte, dass ich Sie anschaute und mich von Ihr führen ließ. Sie sagte:
„Tue nie etwas ohne Mich: Ich plane für dich, Ich richte alles aus; bleibe du immer Mir ganz verfügbar.“
Sie sprach so liebevoll, so mütterlich gütig. Wenn Sie zu der Seele sprach, dann war alles anders: Man war in einer anderen Welt, man spürte die Liebe. Immer wieder war in mir das Verlangen, mitzugehen. Man lebte nicht mehr für sich selbst. Sie schenkte der Seele so viel Liebe, dass man alle Menschen umarmen wollte. Aus meinem Herzen drang es unaufhörlich:
„Liebe und verschenke dich ganz.“

Nachmittags war Sie wiedergekommen. Ihr Mantel war aus Stoff, himmelblau. Obwohl wir im Saal waren, bewegte sich Ihr Mantel, als wäre er im zarten Sommerwind. Dann drehte Sie sich mir zu und schaute mir in die Augen. Da versprach ich Ihr, dass ich Sie nicht mehr mit meinen Zweifeln enttäuschen wolle. Da spürte ich im Innern Ihre mütterliche Zärtlichkeit. Sie wollte, dass ich Sie anschaute und mich von Ihr führen ließ. Sie sagte:
„Tue nie etwas ohne Mich: Ich plane für dich, Ich richte alles aus; bleibe du immer Mir ganz verfügbar.“
Sie sprach so liebevoll, so mütterlich gütig. Wenn Sie zu der Seele sprach, dann war alles anders: Man war in einer anderen Welt, man spürte die Liebe. Immer wieder war in mir das Verlangen, mitzugehen. Man lebte nicht mehr für sich selbst. Sie schenkte der Seele so viel Liebe, dass man alle Menschen umarmen wollte. Aus meinem Herzen drang es unaufhörlich:
„Liebe und verschenke dich ganz.“

16. Juni 95 (S. 31)
Heute rief mich eine Freundin an. Sie gab mir den Auftrag, etwas von ihren Pflichtgebeten zu übernehmen. So kniete ich mich zu Füßen der Rosa Mystica und flehte Sie an, meiner Freundin genügend Kraft zu geben, da sie es sehr schwer hatte. Da schaute mich die liebe Gottesmutter unendlich gütig an, ich hörte im Innern die Worte:
„Das ist Nächstenliebe.“

S. 32
Während ich in der Küche arbeitete, hörte ich von meinem geistigen Vater Pater Pio:
„Wer leiden will, der braucht den Beistand des Himmels, ich bin dein Fürsprecher, ich helfe dir.“
Abends kniete ich vor meinem Altar, um zu beten. Meine Migräne war so heftig, ich konnte mich nicht konzentrieren. Ich flehte zur Lieben Frau von San Damiano (Anmerkung: Pilgerort in Italien), mir zu helfen. Ich sagte: „Bitte, liebe Gottesmutter, lindere meine Schmerzen während der Zeit des Gebetes.“
Dabei legte ich meine Hände in die ausgebreiteten Hände der lieben Frau von San Damiano. Da drückte Sie mir beide Hände so fest, wie es ein Mensch tut, wenn er Freunde begrüßt. Kaum hatte ich diesen Händedruck verspürt, da geschah das große Wunder: Sie befreite mich von dieser schmerzhaften Migräne bis heute!
Migräne liegt in der Familie; mein Vater hatte sie oft, meine Schwester litt daran von Kindheit an, ebenso ich. Meine Migräne war so schlimm, dass ich in einem dunklen Zimmer liegen und der Arzt mir eine Spritze geben musste. Die hatte nicht immer geholfen, nur dann, wenn ich schnell handelte, das heißt wenn die Migräne am Anfang behandelt wurde. Wenn sie fortgeschritten war, wenn ich mich schon übergeben musste, dann erstreckte sie sich über drei bis vier Tage. Nun aber war sie weg: für immer! Maria hat geholfen: „Danke, Liebe Frau von San Damiano!“

S. 34
In Medjugorje sagte ich zur lieben Gottesmutter:
„Ich bin so glücklich, dass ich jetzt die Menschen gern habe, dass ich lieben kann.“
Da hörte ich Maria, Sie sprach in meinem Herzen:
„Es ist nicht dein Lieben, Ich liebe durch dich.“
Da erfasste mich eine große, innige Dankbarkeit. Sofort sang ich zum Dank das Te Deum. Alles, was ich erlebte, verdankte ich der Fürbitte von Pater Pio. Dies wurde so in mein Herz gelegt. Einmal sagte mein geliebtes Piochen folgende rührende Worte:
„Das Herz der lieben Gottesmutter steht in Flammen, um dir Jesus zu schenken.“
Ja, Sie schenkte mir Jesus, den ich unsagbar liebe.
Zusammengefasst will ich sagen: Ich liebe Jesus und Maria grenzenlos. Alles, was mir aus unsagbarer Liebe geschenkt wurde, bewahre ich wie Maria in meinem Herzen. Ich vergesse fast nichts von den Visionen, Botschaften und Gesprächen, obwohl es viele Aktenordner voller Aufzeichnungen sind. Dinge, die heute schon zehn Jahre zurückliegen, kann ich gut wiedergeben.

S. 35
Eine Vision
Vor meinen Augen sah ich einen Priester. Es war Don Gobbi. Eine große Menschenmenge ging hinter ihm her: Frauen, Männer und Jugendliche, es waren die Apostel Mariens. Er führte sie auf einen steilen Berg, viele rutschten aus, fielen zur Erde nieder. Don Gobbi trieb sie an mit den Worten: „Vorwärts, unsere Mutter erwartet uns!“
Auf dem Gipfel stand eine Schöne Frau im weißen Kleid, Ihre Hände waren zum Gebet gefaltet, das Kleid wurde von einer himmelblauen Schleife gehalten. Diese Frau stand ganz im Licht, und ein weißer Strahlenkranz umgab Sie. Don Gobbi erreichte als erster den Gipfel, er kniete zu Füßen der Schönen Frau und weinte, da es ihn so viel Anstrengung gekostet hatte.
Ständig musste er zum Weitergehen aufrufen, Tränen und Schweiß tropften von seinem Angesicht. Oft schrie er so laut, dass ich dachte: „Wenn er doch nur nicht so laut schreien würde.“ Doch durch seine laute Stimme brachte er alle ans Ziel: auf den Gipfel! Es war eine große Gnade, diese Schauung erleben zu dürfen. Da bleibt nur Danken!

03. September 95 (S. 36)
Jesus belehrte mich:
„Durch Meine geliebte Mutter soll aus diesem kleinen, unscheinbaren Ort ein Ort des Gebetes und der Liebe werden, ein Ort des Dankes für die Erfüllung der Botschaft von Fatima!“
Jesus erklärte mir, warum die Gottesmutter stets diese Strahlen schenkte:
„Die Strahlen sind Zeichen Ihres liebenden Mutterherzens. Mit diesen Strahlen erwärmt Sie die Herzen der Menschen mehr als die Sonne.“
Dabei zeigte mir Jesus erneut die Lichtkugel. In dieser Kugel stand die Schöne Frau, und von Ihren ausgebreiteten Händen fielen ganze Strahlenbündel wie Lichtstrahlen herab. Die Strahlen sind in Regenbogenfarben gewesen.

S. 36 Mariens neue Passion
Zur Zeit erduldet Maria Ihre eigene, freiwillig angenommene Passion.
Sie ließ mich Arme an Ihrem Schmerz Anteil nehmen. Ich stand so bei Ihr wie die getreue Maria Magdalena damals auf Kalvaria. Schon am Anfang, als Sie das erste Mal sprach, schenkte Sie mir diese Gnade mit den Worten:
„Bleibe du Mir immer ganz nah.“
Sie gab mir auch oft Anteil an Ihrem Schmerz, indem ich Ihre Schmerzen im Herzen spürte. Sie sagte doch:
„Seit 1830 bin Ich auf der Erde und leide für euch, Meine geliebten Kinder. Als Mutter trage Ich Meine Dornenkrone nicht auf dem Haupt, sondern um Mein Herz. Als Mutter trage Ich alle Schmerzen im Herzen. Mein Mutterherz ist von den vielen Dornen ganz zerstochen.“
Jesus sagte: „Wenn alle Menschen sich der Gottesmutter geweiht haben, dann wird ein neues, schönes Zeitalter kommen, es wird ein Zeitalter des Heiligen Geistes genannt werden.“

S. 39
Als ich mich bereit erklärte, Jesus nachzufolgen, da sagte Er:
„Trenne dich vom Wohlstand. Bist du bereit, aus Liebe zu Mir Opfer zu bringen?“
Ich: „O ja, mein Jesus; sage mir, was ich tun soll!“ Jesus sagte:
„Werde arm und klein im Herzen, betrachte alles, was du hast, als hätte Ich es dir geliehen.“
Er wollte nicht, dass ich in Bettelkleidern auf der Straße lebe; Er wollte nur, dass ich mein Eigentum als Leihgabe aus Seiner heiligen Hand ansehe und trotz Besitz wie ein Armer lebe (arm vor Gott, weil alles ein Geschenk Seiner Liebe ist). Er sagte:
„Lebe in deiner Wohnung ganz einfach und arm; lebe so, als wäre es nicht dein Eigentum. Wenn jemand etwas von dir fordert, so gib ihm, was er braucht, sei nicht kleinlich. Meine Mutter hilft dir, dein Herz in Liebe zum Nächsten zu öffnen.“
Ich gab Jesus mein Versprechen, ganz arm und rein zu leben.
Am Anfang sagte Er:
„Als der Menschensohn auf Erden wandelte, hatte Er nichts. So darf die Mir gehörende Seele auch nichts Unnötiges besitzen.“
Da legte ich meinen ganzen Schmuck ab und versprach, mich mit den Menschen der dritten Welt gleichzusetzen und keine neuen Kleider mehr zu kaufen. Als ich jedoch meinen Lippenstift in den Mülleimer warf, da sagte mein Mann: „Ich bin ganz sicher, dass du wieder damit anfängst.“ Doch meine Liebe zu Jesus und Maria war tief, und so konnte ich dank Seiner Gnade mein Versprechen halten. Immer wenn ich einen Mangel hatte, das heißt wenn ich glaubte, es fehle etwas, ging ich zur Mutter und sprach mit Ihr darüber. Ich wollte nichts mehr selber machen, ich stand und stehe bis heute durch die Weihe, die ich am 13.05.1992 vollzogen hatte, ganz unter Ihrem Schutz, das heißt ich will ganz Ihr Kind sein, ich rede mit Ihr über alles. Das sieht dann etwa so aus:
Wenn ich weggehe, sage ich Ihr, wohin ich gehe und wann ich zurückkomme. Meine Sorgen, die Sorgen um meine Kinder, um die Priester usw. - alles bespreche ich mit Ihr. Morgens, wenn ich wach werde, bitte ich Sie, mir zu helfen, dass es ein guter Tag werde. Ich bitte Sie, mich vor der Sünde zu bewahren und mir helfen zu wollen, dass ich alle Menschen liebe, die guten wie die bösen, dass ich die schwierigen ertrage und ihnen zuhöre, aber meine Leiden im Herzen bewahre. Und Sie hilft mir; ich spüre, dass Sie immer bei mir ist.
Als ich klein war, da wollte ich immer Ihr Kind sein, und heute weiß ich: Sie hat mich angenommen, und zwar genauso wie Jesus! Ich bin tatsächlich Ihr Kind. Als ich einmal große Sorgen hatte, flehte ich zu Ihr, und Sie gab mir, was ich wünschte. Da fragte ich Sie: „Warum, liebste Mutter, bist Du so gut zu mir?“ Sie gab Antwort und sprach:
„Du wolltest doch so gern ein Kind für Mich sein.“
Sie ist wirklich meine Mutter geworden, ich darf sagen: Ich bin Ihr Kind, ich bin es wahrhaftig. Ich erwarte alles von Ihr, ich vertraue Ihr, ich liebe Sie - grenzenlos. Ich möchte sofort mein Leben geben, um ganz bei Ihr, der Mutter, zu sein. Für den Menschen, der das so nicht kennt, ist es sicherlich schwer zu begreifen. Aber es ist, wie es ist: Ich bin total verliebt in Jesus und Maria. Sie sind heute auf dieser Erde für mich schon der Himmel.
Doch diese innige Mutter-Kind-Beziehung steht jedem anderen Menschen ebenso offen, der nur guten Willens ist und sie wünscht: Maria ist unter dem Kreuz die Mutter aller Menschen geworden und versinnbildlicht das wahre Muttersein überhaupt, und zwar so wunderbar, wie wir Menschen uns das nicht vorstellen können, weil unsere leiblichen Mütter Fehler und Schwächen hatten. Sie ist voll Liebe, Sanftmut, Beständigkeit und Geduld!
Sie ist in Wahrheit die beste Lehrerin - Sie ist der Sitz der Weisheit. Sie lehrte mich lieben, immerzu lieben, Gute und Böse. Sie lehrte mich, aus Liebe auf mein Ich zu verzichten. Sie lehrte mich, in allen Menschen Jesus zu erkennen. Sie gab mir Kraft, ein Versprechen auszuführen und zu halten. Sie nahm das Herz aus Stein aus meiner Brust und schenkte mir durch Ihre Liebe ein Herz, das lieben kann. Sie ist die Gnadenvermittlerin, die mir alles schenkt - ohne zu zählen, ohne Gegengabe. Sie ist die beste aller Mütter. Sie hilft nicht nur im Geistigen, sie hilft auch im Materiellen, wenn man ganz auf Sie vertraut.

08. September 1995 (S. 43)
Die liebe Gottesmutter war schon da, als ich in die Fatima-Gebetswache kam. Es schien mir, dass sie traurig war. Sie sagte:
„Bin Ich dir langweilig geworden?“
O liebe Mama, Du hast erkannt, dass ich nicht mehr alle Botschaften aufschreiben wollte, weil so viele Wiederholungen drin waren... Aber jetzt erkenne ich, dass Wiederholungen wichtig sind. Sagt man nicht auch zu Kindern hundertmal dasselbe?
Wenn die Statue sich verändert, heißt das:
„Ich bin zugegen mit Leib und Seele.“
Dann kam Sie ganz nah heran, das heißt Sie stand plötzlich vor meiner Bank in der Luft. Dies sah ich nur einen Augenblick, Sie wollte mir zeigen, dass Sie wirklich da war. O ja, Sie war aus Fleisch und Blut, Ihre Hände waren gefaltet. Dies war nur zu meiner Belehrung geschehen. Sie stand nach diesem kurzen, liebevollen Zeichen sofort wieder auf dem Altar. Dann sagte Sie:
„Ich habe dir doch versprochen, immer zur Gebetswache zu kommen. Ich bin immer gegenwärtig, wo Jesus angebetet wird.“
Ich versprach Ihr, alle meine Leiden für diese Gebetswache aufzuopfern. Da empfand ich in meinem Innern eine große Liebe zu den Menschen in der Kirche. Ich bat Sie, alle Leute zu segnen und sie eifriger werden zu lassen. Dann nahm Sie mich erneut in Ihr Herz auf. In diesem Zustand konnte ich nicht einmal wegen meiner Undankbarkeit weinen, Sie ließ es nicht zu. Wie lange ich mit Ihr vereint war, kann ich nicht sagen, ich weiß es nicht. Aber als ich wieder mitbeten wollte, da war meine Stimme weg, ich war stumm. Sie gab mir damit wieder ein für mich so glaubensnotwendiges Zeichen, dass alles, was ich erlebte, von Ihrem Mutterherzen kam und nicht einer wilden Phantasie entsprang; es ist nämlich meine Art, immer eine natürliche Erklärung für überirdische Phänomene zu suchen, ich konnte sie einfach nicht fassen und mir nicht erklären:

So erinnere ich mich, dass ich einmal im Jahre 1993 und einmal im Jahre 1994 meinen Seelenführer bat, er möge alle meine Briefe, in denen ich diese überirdischen Erlebnisse festgehalten hatte, vernichten, weil ich stets meine absolute Unwürdigkeit vor Augen sah. So dachte ich: „Es kann nicht sein, es ist unmöglich, dass ich armer Sünder Erscheinungen habe!“ Einmal schrieb ich dem Seelenführer folgende Worte: „Ich hoffe, dass es heute der letzte Brief war.“

S. 45
1990 war meine Bekehrung, wie beschrieben. Am 08.11.1992 machte ich eine Wallfahrt nach Goersdorf (Anmerkung: Ort in Frankreich), „Maria zu den Eichen“. Nach dem Rosenkranz stellte ich ein Bild des barmherzigen Heilandes zum Segnen auf den Altar. Es stand gleich daneben eine Statue der Rosa Mystica. Nach dem zweiten Rosenkranz war eine kleine Pause. Da sah ich die Rosa Mystica an. Plötzlich veränderte sich ihr Gesicht so wie ein Mensch, wenn dieser zu weinen beginnt. Und wirklich, die Gottesmutter weinte wie ein Mensch. Es tat mir sehr weh, ich lief zum Altar und rief: „Die Madonna weint.“ Da kamen die Leute nach vorne, um Sie zu sehen. Ich nahm die Statue auf den Arm und wollte Sie trösten, doch ich hatte einen solchen Schock, ich konnte nicht sprechen. An jenem Tag war mein Mann auch dabei, doch er verließ die Kirche in der Pause. Es war eine eigenartige Sache mit mir: Immer wenn ich Wallfahrten machte, erlebte ich etwas.

S. 45
Als wir nach Belgien fuhren, erlebte ich in Maasmechelen ein Wunder und später bei Marguerite wieder eins. Es war so:
In Maasmechelen sah ich einen Christuskopf, dieser hatte den Mund offen, was normal ist. Ich sah aber, dass Christus den Mund voll Blut hatte; und zwar so voll, dass es heraustropfte! Nach Rücksprache mit der Besitzerin erfuhr ich, dass ein Bischof und ein Priester aus Russland dasselbe auch so gesehen hatten.
Dies war eine Woche später um die gleiche Uhrzeit, etwa gegen 17.45 Uhr. Ich lief aus dem Wohnzimmer und suchte meine Herz-Jesu-Statue, ich weinte vor Ergriffenheit und konnte nichts anderes als weinen. Ich lief zurück, holte meinen Mantel, um in die Kirche zu gehen und dem lieben Heiland zu danken; da fragte mein Mann, was los sei, doch ich konnte nicht antworten; er hätte es nicht verstanden. Ich lief so schnell ich konnte hinaus, denn ich wusste, dass bald eine heilige Messe sein würde. Und richtig, die Glocken läuteten auf meinem Weg, und mir war feierlicher als Weihnachten zumute.
Eine nie gekannte Sehnsucht nach der heiligen Kommunion erfasste mich und hielt die ganze Messe bis zum Empfang des lieben Heilandes an, dann wurde ich ruhig, ganz still - und eine tiefe Freude erfüllte mich. Eine solche Sehnsucht hatte ich nie mehr, das heißt eine so unbegreifliche Sehnsucht – unvorstellbar, ein Geschenk des süßen Heilandes.

S. 47
Immer wenn ich in der heiligen Messe ganz innig mit Jesus und Maria verbunden bin, dann sehe ich hinter den Statuen ein weißes Geistwesen, womit mir Jesus und Maria bedeuten wollen, dass Sie wirklich da sind.
Es sind auch viele Arme Seelen da. Je mehr ich für diese bete, um so größer ist die Schar. Wir sollten alle viel mehr für die Armen Seelen beten!
Welche Mühe machen sich die Menschen für die Gräber! Das ist gut und schön, doch den Armen Seelen helfen nur Gebet, Opfer, heilige Messen und Almosen.

14. September 95 (S.45)
Während ich in der Küche arbeitete, sang ich das Lourdes-Lied. Da hörte ich im Innern:
„Ich, Bernadette, bin gekommen, dich zu trösten und dir Mut zu machen. Warum glaubst du immer noch nicht alles, was dir zu sehen geschenkt wird? Ich habe es sofort geglaubt, aber ich musste viel leiden; selbst ganz fromme Menschen sagten über mich: ‚Wenn jedem die Gottesmutter erscheinen würde, aber doch nicht dieser da!’ Darum bin ich gekommen: Ich will dich trösten und dir sagen - glaube!“
Schon einmal hatte ich eine Begegnung mit ihr, das war in Lourdes. Es war ein Wachtraum. Bernadette kam als Ordensschwester in der Nacht an mein Bett; sie umarmte mich; dabei setzte ich mich im Bett auf. Sie sagte die Worte, die ich so wie fast alles, was ich gehört habe, nicht mehr vergessen kann. Ihre Worte:
„Die Leiden sind schnell vergessen, die Freuden im Himmel sind ewig.“
Am anderen Tag war ich krank, schwach, ich konnte mich kaum auf den Beinen halten. War es ein Zeichen, so wie es kommen wird? Oft sind die Wege des Herrn vorgezeichnet, unser freier Willen kann sie annehmen oder nicht. Ich hatte Jesus und Maria fest versprochen, Ihnen nichts zu verweigern, wenn Sie mir die Kraft zu allem schenkten. Jesus sagte einmal zu mir:
„Ohne Mich vermag die Seele nichts.“
Pater Pio sagte: „Wenn du glaubst, in deiner Schwäche zum Leiden fähig zu sein, dann wirst du schnell entkräftet und mutlos zu Boden sinken.“
Einmal flüsterte er mir in der Küche zu: „Wer leiden will, der braucht den Beistand des Himmels, ich bin dein Fürsprecher, ich helfe dir.“
Als ich wieder einmal zweifelte, ob mir wirklich der „Himmel“ erschiene, da sprach Jesus in mein Herz:
„So wie Ich zu Meinen Aposteln gesprochen habe, so ist es auch für dich gesprochen: Nicht ihr habt Mich erwählt, sondern Ich habe euch erwählt.“

15. September 95 (S. 48)
Nach der heiligen Beichte sah ich die liebe Gottesmutter. Sie schaute so gütig, aber meine Seele war voll Trauer, denn ich sah den lieben Heiland in tiefem Schmerz am Kreuz leiden. Er zeigte es mir, weil Er wollte, dass ich an Seinem Schmerz Anteil nehme, dass ich mich mit Seinem Leiden auseinander setze und dass ich es annahm.
Es war oft eine Vereinigung mit Ihm, so als wäre man selbst am Kreuz. Ich konnte jetzt auch das Geheimnis Mariens verstehen, die ja auch all Seine Schmerzen im Herzen mitgelitten hatte. Wenn es am Karfreitag endlich 15.00 Uhr war, atmete ich auf: Es war wie eine Befreiung zu wissen, dass Jesus nun sterben durfte und endlich ausgelitten hatte! Es war bei der lieben Schmerzensmutter mit Sicherheit auch so gewesen.
Wenn die Gottesmutter erschien, war ich nicht nur in diesem Augenblick glücklich, sondern auch noch Tage danach. Manchmal musste ich einfach etwas Gutes tun: In meinem Herzen war dann eine so glühende Liebe, ich musste abgeben, um nicht zu verbrennen. Angestrahlt von der Liebe der himmlischen Mutter, mochte ich alle Menschen umarmen, ihnen gut sein. Dabei war es gleich, ob es ein Professor oder Bettler war.
Ansehen und Titel eines Menschen sind mir gleich, ich denke nur an die Rettung der unsterblichen Seelen. Vielen Menschen fehlt der Glaube. Sie denken, mit dem Tod sei alles aus. Manche sagen: „Ich gehe auf Nummer sicher, ich lasse mich verbrennen.“ Es ist furchtbar, solches zu hören. Aber nützt es was, ihnen zu sagen, dass eine unsterbliche Seele nicht verbrennen könne, weil sie sich sofort vom Körper löst und zum Kleingericht vor Gottes Angesicht schwebt? Und würden sie es glauben, dass Gott trotz Seiner Barmherzigkeit - die jedes Begreifen übersteigt! - wegen Seiner Gerechtigkeit nicht alle retten kann? Könnten doch die Menschen nur einmal sehen, wie viel die Armen Seelen leiden müssen, da würde sich in Wahrheit der Stein am Wege erbarmen!

29. September 95 (S. 50)
Die Schöne Frau hatte versprochen, mir jeden Freitag in der Gebetswache zu erscheinen. Manchmal sah ich Sie schon direkt, wenn ich kam, doch meistens erst bei der Predigt. Immer war es Ihre Schönheit, die mich so sehr faszinierte. Dagegen waren alle schönen Frauen der Welt gar nichts; mit der reinen, himmlischen Schönheit Mariens kam keine irdische Person mit. Sie lächeln zu sehen, das war der Himmel! Mit der Schönheit Ihrer Augen könnte man Himmel und Erde sättigen. Einmal hatte Sie so liebevoll gesprochen:
„Werde ganz klein.“
Dies sagte Sie so bittend, so flehend, ja es schien mir sogar etwas bettelnd, dabei fühlte ich in mir, dass ich einer solch großen Gnade total unwürdig war. 1994 sagte Sie schon einmal:
„Werde klein, denn nur dann kann Ich mit dir sprechen.“
Die liebe Schöne Frau war auch heute wieder gekommen, ganz lebendig und natürlich. Auf Ihrem weißen Mantel waren viele Sterne, gelb, blau und silbern. Der Priester sagte zu Anfang seiner Predigt:
„Die liebe Gottesmutter ist auch heute hier zugegen.“
Da lächelte sie. Er sagte weiter:
„Sie strahlt uns alle an.“
In Wahrheit strahlte Sie uns an, mit einem leuchtenden Stern, in waagerechter Form über den ganzen Altar. Dies sah ich so lange, bis das Weihegebet gesprochen war. Der Priester, ein Professor, sagte: „Dies ist nur den ganz Kleinen, oft Analphabeten, von Gott geschenkt. Nur kleine Demütige können solche Wunder begreifen.“ Die Schöne Frau sprach kein Wort, Sie hörte zu.
Mitten in diese Freude kam der Neider in meinen Geist. Er warf mir Hochmut und Angabe vor, er sagte mir, dass ich gesehen werden wollte; doch das war nicht wahr, denn ich versteckte mich hinter einem kräftigen Mann.

13. Oktober 95 (St. Rufus) (S. 52)
Als ich die Kirche betrat, zog es mich gleich zum Altar, zur Lieben Frau von Fatima. Sie sagte zu mir:
„Geh zur heiligen Beichte.“
Sie gab Anweisung, in welchen Beichtstuhl, also zu welchem Priester, ich gehen sollte. In meinem Innern war ich zutiefst erschüttert über die Sorge der himmlischen Mutter, ich war so gerührt, dass es die Leute merkten. So wie Sie in den Exerzitien sagte, so geschieht es in der Tat. Sie sagte zu mir:
„Sei wie ein Kind, plane nichts, Ich bin Mutter, Ich sorge für dich, bleibe du Mir stets verfügbar.“
Sie denkt für mich, ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie sorgt für Kleider, Sie schlägt mir nichts ab, Sie räumt alle Schwierigkeiten aus dem Weg. Leide ich, dann ist Sie es, die mich tröstet. Oft schaut Sie mich mit lebendigen Augen an. An Ihrem Blick erkenne ich, was Sie wünscht, aber auch das, was ich falsch mache. Mit himmlischer Mutterliebe umfängt Sie mein armes, sündiges Herz. Nur eine Seele, die Sie auch schauen darf, nur eine solche kann mein Glück teilen.
Nach der heiligen Beichte stand Sie da. Das, was ich im Innern erlebte, kann ich nicht aufschreiben, dazu fehlen mir die Worte, aber:
Heute war Sie ganz festlich angezogen und hatte eine breite Goldborde auf Ihrem weißen Mantel. Jede Bewegung war voll Andacht, man spürte das Himmlische. Wenn ich an Marienstatuen denke, dann kann ich nur sagen, dass die Wirklichkeit tausendmal schöner ist. Wie zärtlich schaute Sie mich an, als Sie die Worte sprach:
„Warum machst du dir so viele Sorgen, nimm alles an wie ein Kind - sei ein Kind!“
Als ich in der Prozession an Ihr vorbeikam, sah ich den Altar ganz in Weihrauch gehüllt. Als ich mich vor Ihr kniete, da stieg der Weihrauch hoch bis zur Decke. Dann sah ich die Kirche größer, höher, schöner. Dabei hüllte Sie mich mit mütterlicher Zärtlichkeit ein. Ich konnte nur danken, danken und immer nur danken.
In der Nacht träumte ich, dass eine Stimme zu mir sagte:
„Sage nie mehr: ‚Ich will.’ Sage stets: 'Wie Gott will.’“

27. Oktober 95 (St. Rufus) (S. 54)
Welche Freude für mich jeden Freitag: Es ist immer so, als wäre es das erste Mal. Es ist immer die gleiche Sehnsucht, das gleiche Verlangen, Sie zu sehen; nie wird es zur Gewohnheit. Sie ist nie gleich, auch Ihre Kleider sind verschieden. Heute hatte Sie zum Beispiel einen Umhang übergelegt und erlaubte mir, dass ich Sie ganz nahe sah. Sie schien mir wärmer angezogen, nicht mehr soviel Seide wie im Sommer. Wie gern würde ich zu Ihr gehen und mich zu Ihren Füßen knien, aber ich darf nicht - die Leute!

17. November 95 (St. Rufus) (S. 54)
Ich bin ehrlich, ich hatte die Gottesmutter wieder mit großer Sehnsucht erwartet. Heute sah Sie sehr jung aus, höchstens siebzehn Jahre würde ich Sie schätzen. O wie sehr liebe ich Sie, meine Schöne Frau! Doch in meinem Herzen ist heute ein tiefer Schmerz, denn meine Augen heften sich auf das Kreuz meines armen Heilandes, Er leidet unsagbar. Manchmal kann ich es einfach nicht mehr ertragen. Um neue Kraft zu schöpfen, muss ich manchmal meine Augen schließen. Doch Jesus will, dass ich Ihn anschaue, dass ich Seine Leiden teile. Zu Pater Pio sagte Er einmal:
„Glaube ja nicht, dass Meine Kreuzesleiden nur drei Stunden gedauert haben, Ich leide bis zum Jüngsten Tag.“

S . 55
Eingebung von meinem guten Piochen:
„Tue dich nicht so schwer! Denke nicht nach, was du tun sollst, sondern überlasse dich ganz dem heiligen Willen Gottes. Lass Ihn für dich entscheiden, lass Ihn gewähren, Er ist der Meister. Wenn du Sein kleines Werkzeug sein willst, so löse dich von dem Gedanken, selbst etwas zu wollen. Er ist es, der denen alles gibt, die sich ganz klein machen und ihr Ich ans Kreuz heften.“

10. Dezember 95 (während der Meditation) (S. 56)
Durch Maria zu Jesus. Danken wir Gott, der uns berufen hat, diese marianische Zeit zu erleben. Alle uns nachfolgenden Generationen werden uns beneiden. Nie mehr wird es so leicht sein, heilig zu werden, wie in dieser Zeit der göttlichen Barmherzigkeit. Danken wir der vielgeliebten Mutter, die uns schützend unter Ihrem Mantel birgt.


Am 13.04.1995 sagte die liebe Gottesmutter zu mir:
„Ich bin die mit der Sonne bekleidete Frau. Ich bin im Innersten der göttlichen Dreifaltigkeit. Ich bin mit der heiligsten Dreieinigkeit vereint.“
Wie war ich da gerührt, das habe ich nicht gewusst - noch nie gehört. Schnell lief ich zu meinem Seelenführer, um ihm diese tiefe Glaubensnachricht zu bringen. Er sagte nur: „Ich weiß, das hat Sie zu Don Gobbi auch schon gesagt.“

15. Dezember 95
Ich hatte eine große Fatima-Statue gestiftet, deren endgültiges Verbleiben noch nicht geklärt war. Da sprach die liebe Gottesmutter zu mir:
„Mach dir keine Sorgen wegen der Statue, überstürze nichts. Ihr werdet Anweisung bekommen. Es wird euch zu gegebener Zeit mitgeteilt. An der Statue gebe Ich dir ein Zeichen. In dieser Statue ist die ganze mütterliche Liebe gespeichert. Ihr, die ihr die Mahnung der Botschaft von Fatima angenommen habt, ihr habt das Herz eurer Mutter sehr getröstet.
Viele werde Ich noch retten, doch dazu brauche Ich euer intensives Gebet. Betet, sühnt, opfert euch, betet mit dem Herzen. Viele, die Meine Mahnung verlacht und als falsch abgetan haben, werden sich in dieser Kirche bekehren und zu den Füßen der Lieben Frau von Fatima niederwerfen, um diesen ihren Hochmut zu beweinen. Dann werdet ihr erkennen, dass Ich die Siegerin und Miterlöserin bin. In dieser Kirche werden Tag und Nacht die Lichter brennen, es wird ein Ort der ewigen Anbetung sein.“

 

Aus dem Jahr 1996

11. Januar 96 (Jesus spricht vom Kreuz) (S. 58)
Jesus schaute mich so traurig an, daher fragte ich Ihn: „Jesus, warum bist Du so traurig?“ Er sagte:
„Mein Kind, tröste Mich. Schau: Meine auserwählten Töchter, sie haben keine Ehrfurcht mehr. Sage ihnen, dass sie sich vor Mir verneigen oder knien sollen. Mein Kind, sage ihnen: Wenn das am grünen Holz geschieht, was soll man dann vom dürren sagen? Sie sind jetzt alle vom Weltgeist angesteckt. Wenn in einem Apfel der Wurm steckt, steckt er dann nicht alle an? Diese Ehrfurchtslosigkeit... Ich habe euch doch erlöst, bin am Kreuz gestorben und habe Mein Blut für euch vergossen! Schau Mich an und fühle Meine Leiden. Ja, Mein Kind, Ich leide unendlich viel in dieser Zeit. Sage ihnen, dass Ich alles vergessen und verzeihen will, wenn sie Mich nur lieben! Denn wenn sie Mich lieben, so wie sie es Mir immer sagen, dann werden sie Mir doch Ehrfurcht und Demut schenken!
Sag ihnen, dass Ich alles verzeihe, wenn sie Mich nur lieben.“

13. Januar 96 (S. 59)
Ich spürte Jesus in meinem Innern, Er setzte mein armes Herz in Flammen. Er gab mir Anweisungen für den Seelenführer mit, indem Er sagte:
„Teile deinem Seelenführer mit, dass ihr jetzt noch intensiver zusammenarbeiten müsst. Es ist um der großen Aufgabe willen dringend erforderlich. Sage ihm, der Meister verlangt es.
Wer Mich in dieser Zeit ganz innig bittet, Meine Liebe zu spüren, dem schenke Ich sie, denn Ich bin ein erbarmender Gott. Ich kenne eure Leiden in dieser schlimmen Zeit. Ich will jedem, der Mich bittet, geben, auch spürbar! Dem Suchenden schenke Ich noch mehr, Ich schenke ihm gänzliche Vereinigung. Alle Getreuen in dieser Finsternis erfreuen Mein Herz so sehr.“
Er sprach mit nicht zu fassender Zärtlichkeit:
„Wer Mir auch nur einen einzigen Akt der Liebe schenkt, dem will Ich alle seine Sünden auslöschen - solange die Zeit Meiner unendlichen Barmherzigkeit währt.
Meine Kinder, Ich bin doch der einzig wahre Gott, Ich habe euch erschaffen und erlöst, um euch zu retten, damit ihr bei Mir ewig glücklich seid.“
Darauf ich: „Jesus, lege die Schuld Deiner Auserwählten auf mich! Obgleich ich gestehe, für die auserwählten Söhne leiden zu wollen, fühle ich mich nicht würdig.“ Darauf Jesus:
„Wenn du dich demütigst, werde Ich dir vieles anvertrauen. Ich schenke dir viel mehr als du erwartest. Sei ein Kind, ganz klein, liebe Mich, so wie du Mich in deinem Herzen verlangst. Schenke Mir täglich deinen Willen, dann kann Ich in dir wirken nach Meinem Wohlgefallen.“
Darauf ich: „Mein guter Jesus, wie unendlich ist Deine Liebe, wer kann sie begreifen.“ Ganz liebevoll sagte Jesus:
„Mein Kind, dein Ich, es ist erloschen. Ich habe dich aufgenommen in Mein heiligstes Herz. Sei stets sanftmütig und bescheiden. Antworte auf alles, was man dir antut, mit Liebe. Sei ein Abglanz Meiner Liebe. Beklage dich nicht, ertrage alles aus Liebe zu Mir. Sei stets bescheiden und sanftmütig.“
Darauf ich: „Jesus, Du bist mein schönstes Buch, täglich schenkst Du mir viele neue Seiten. Außer Dir begehre ich nichts!“
Alles, was mir geschieht, ist so unverdient; ich sage es mit großer, innerer Beschämung. Ich schäme mich nicht, weil mir der liebe Gott eine solche Gnade geschenkt hat. Nein, ich schäme mich, weil ich die Gnade so unwürdig empfangen habe! Immer noch tue ich mir schwer zu begreifen, warum gerade ich vom lieben Heiland erwählt wurde. Unter allen Sehern bin ich mit Sicherheit und großem Abstand die schwerfälligste und die sündigste. Jesus sagte mir 1993:
„Frage nicht: 'Warum?’ Du sollst nur anbeten, danken und lieben.“

01. Februar 96 (S. 61)
Mein Herz versank im süßen Herzen Jesu. Ich schloss meine Augen und durfte mit geschlossenen Augen die Königin des Himmels schauen. Dann wechselte das Bild, ich sah die Gottesmutter mit einem blutenden Herzen, um das eine Dornenkrone mit vielen braunen, spitzen Dornen gewunden war. Das Blut war frisch rot, die Gottesmutter schaute mich traurig an.
Später (01.05.1996) gab Sie mir eine Erklärung:
„Du nennst Mich Königin deines Herzens, aber Ich bin nicht nur Königin, Ich bin auch die Schmerzensreichste, und deshalb wollte Ich beides zeigen.“

02. Februar 96 (S. 61)
Jesus schaute mich unendlich gütig an. Er sprach:
„So wie es Meine geliebte Mutter dir mitgeteilt, so ist es in der Tat: Ich suchte die Geringste und fand dich. Dennoch sei dir sicher, dass Ich dich mit Meiner unendlichen Liebe umfange. Es ist Mein heiliger Wille, dass du Mich vor der ganzen Welt bekennen sollst. Sei dir sicher, dass Ich stets bei dir, mit dir bin. Was auch geschieht, verteidige Mich! Was man dir auch antun wird, gedenke stets, Ich habe dich aus dem Schlamm der Sünde gezogen, damit du Mich vor aller Welt bekennen sollst. Dich habe Ich erwählt zur Verteidigung Meiner Ehre, zu Meinem Lob sollst du sprechen.
Sei ein Kind, aber rede, wenn es von Mir verlangt wird. Mach dir keine Gedanken, was du sagen wirst, vertraue auf Mich, Ich werde selbst durch deinen Mund sprechen. Du musst aber ganz demütig und selbstlos werden. Du musst werden, wie Ich war: Wenn man dir auf die rechte Wange schlägt, so halte auch die linke hin. So wie sie Mir die Kleider vom Leib gerissen haben, so werden sie dir auch das Letzte nehmen. Doch vertraue, Ich schenke dir Meine eigene, unendliche Liebe und den steten Beistand Meiner Mutter.“
Einmal sagte Jesus zu mir: „Nimm die Zeichen, die dir der Himmel schenkt, demütig an. Frage nicht ‚warum’! Du sollst nur anbeten, danken, lieben.“

10. Februar 96 (S. 62)
Ich war allein im Haus, da nahm ich meine Rosa Mystica in die Küche und betete den Rosenkranz. Da vernahm ich die Worte:
„Nimm Mich in dein Haus, Ich habe dir noch viel zu sagen. In dieser Statue bin Ich gegenwärtig. So wirst du stets Meinen Beistand haben. Es ist nur für kurze Zeit, Meine Bleibe finde Ich in dieser von Mir erwählten Kirche. Ich habe dir noch viel zu sagen.“
Ich fragte wegen meines Mannes. Sie sagte: „Er wird es dir erlauben.“

S. 64
Von der treuen Seele verlangt Jesus Demut, Demut und nochmals Demut und schenkt ihr alles ohne ihr eigenes Zutun. Dieses Geschenk muss die Seele pfleglich behandeln, man darf es nicht zustauben lassen oder vergraben.
Man trägt ein schweres Kreuz. Man muss für die, welche nur wenig erhalten, mittragen, man muss zum Kreuzträger, zum Simon von Cyrene werden für die anderen. In meinem Fall gilt das Opfern besonders den Priestern und Gottgeweihten. Wenn ich mich heute betrachte, muss ich gestehen: Vieles habe ich erhalten, wenig dazugetan. So habe ich die Menschen lieben gelernt, und zwar mit einer nie gekannten Liebe; für die Rettung der Seelen bin ich bereit, alles zu geben - mit Sicherheit auch den letzten Blutstropfen, aber nur durch die Gnade: Ohne sie vermag ich nichts.
Vom Schauen wird kein Mensch heilig. Heilig werden heißt, sich wie Jesus hinopfern, alles in Liebe zu ertragen, sich um die eigene Person nicht zu kümmern, zu leben wie die Vögel des Himmels, indem man alles in die Hände Gottes legt, vor allem den eigenen Willen.
Ein Seher muss sich vor der List des Teufels noch mehr in acht nehmen als der Priester. Gott schenkt ihm und nimmt, das heißt er hat seine Aufgabe, die fast immer Gebet, Opfer, Sühne ist. Das Leben des Sehers dient ausschließlich zur Rettung der Seelen. Es ist barmherzige Liebe Gottes.
Der liebe Gott schenkt dem Menschenkind etwas von Seiner Liebe. Er senkt einen Strahl Seiner eigenen Liebe in das Herz dieses Menschen. So entfacht Jesus in dieser Seele das Feuer der Nächstenliebe, und sie beschäftigt sich nun Tag und Nacht mit Eifer für diese ihr anvertraute Sache, denn sie erkennt die Wichtigkeit. Es gibt eben nur Himmel und Hölle.
Jesus sagte:
„Du könntest nicht so schreiben, wenn du nicht in Meinem Herzen wärest. Wenn du treu bist und Mich von Herzen liebst, wird diese Vereinigung bis zu deinem Ende bleiben.“

S. 66
Nie würde ich so schreiben können, wie Jesus und Maria mit mir sprechen, keinen einzigen Satz würde ich so schreiben! Es tut mir leid, dass ich so unwürdig bin... „Jesus, du weißt doch, dass ich keine Tugenden besitze!“ Jesus sagte:
„Ich weiß, du kannst nicht klein genug sein; je kleiner du bist, umso stärker kann Ich Meine unendliche Barmherzigkeit an dir erfüllen. Liebe Mich und suche nichts anderes als Mich; lass alles an dir geschehen - vertraue! Sei kein Thomas! In dir ist so viel Kritik - so viel Angst, du könntest dich täuschen. Ich bin dein Gott, Ich täusche die Mir ganz gehörende Seele nie. Je kleiner du bist, umso besser. Ich nehme dich auf Meinen Arm. So wie Mein guter Vater Josef Mich getragen hat, so trage Ich dich.“
Jesus sagte mir: „Ich habe Josef die ganze Vaterwürde geschenkt, deshalb Vater.“
Jesus: „An Meinem Herzen ist dein Ruheplatz. So wie du Mich umarmst, so umarme Ich dich. Ich gebe dir alles, so dass du nichts brauchst als Mich. Niemand anderem darfst du anhängen.“

02. April 96 (S. 68)
Jesus hüllte mich mit göttlicher Liebe ein. Er sprach:
„Sei bereit, Mein Kind, Ich werde vieles von dir fordern, auch eine schwere Prüfung wird kommen. Du wirst sehr lange ganz einsam sein, man will dich nicht. Die Frommen sind unsympathisch, man stellt sie zur Seite, so wie man Mich zur Seite gestellt hat. Alles, was Ich fordere, dient zu deinem und der Priestersöhne Heil. Ich werde hohe Forderungen stellen. Du kannst es tragen, weil du in Meinem Herzen bist. Es wird bald dunkel - nicht nur in den Herzen. Du bist erwählt zum Leiden, aber auch zum Sprechen. Schweig nie, wenn es um Meine Ehre geht, vertraue!“
„Jesus, ich vertraue! Jeder Pulsschlag soll ein Danke an Deine unendliche Liebe und Barmherzigkeit sein!“
Die Hingabe an Jesus ist eine Wissenschaft für sich. Sie besteht darin, sich Ihm ganz zu überlassen. Nichts denken, nur an Ihn; nichts wollen, nur das, was Er will, nur auf Seine Wünsche achten. Welche Freude durchflutet mich beim Schreiben dieser Worte. Es ist menschlich nicht zu begreifen, diese unendliche Gottesliebe. In der Bibel steht:
„Bei einem Sünder kehrte Er ein und aß mit ihm.“
Was würden die Menschen der heutigen Zeit sagen, wenn sie erführen: Jesus sucht sich die Geringste und spricht mit ihr! Und Er geht noch viel weiter: Er nimmt sie in Sein heiligstes Herz auf!

S. 79
Ich sagte: „Liebste Mutter, ich soll verkünden, dass Du mir erscheinst?“ Darauf Sie:
„Ist es keine Erscheinung?“
Um es zu verdeutlichen, stand Sie plötzlich ganz nah bei mir. Ich sagte, dass es bei mir anders als zum Beispiel bei der Seherin von Lourdes sei, weil meine Visionen immer in Bildern oder Statuen ihren Ausgang nehmen. Darauf Sie:
„Ich begleite dich!“

S. 80
Dann ging ich zum Tabernakel, um mit Jesus zu reden. Er schenkte mir wieder die Kinderstimme, um mir bewusst zu machen, dass Er mich ganz klein haben will. So nahe bei Jesus möchte man auf der Stelle sterben, doch das geht nicht so einfach; so dass Jesus korrigierte:
„Du wirst zuerst deine Seele mit Leiden sättigen.“
Am 05.06. sagte er: „Lass alles Irdische sein, Ich will es im Glutofen Meines Herzens verbrennen. Komm, folge Mir nach. Verlasse alles, was dir lieb ist, alles was du hast. Werde ganz klein. Als der Menschensohn auf der Erde wandelte, hatte Er nichts. So sollst auch du nichts haben als Meine eigene Liebe, die Ich dir im reichen Maße schenken werde. Du sollst zu Meinen Füßen niederknien, um von Mir Leiden zu lernen. Nie habe Ich mehr gelitten als in diesem Jahrhundert, vor allem wegen Meiner Priester. O Meine armen Priester, wie sehr hat Satan sie verblendet.“

S. 84
Einmal fragte ich Jesus, ob Er mir nicht ein paar Worte in Latein schenken könnte, weil man mir nicht glauben wollte, ich sagte: „Jesus, ich komme in den Verdacht, hysterisch zu sein.“
Jesus sagte:
„In venias salutare in Jesus misericordia tua. Amen.“ (Anmerkung: = "Du findest dein Heil im Erbarmen Gottes")
Danke, mein Jesus, ich liebe Dich so sehr! Jesus sprach:
„Hab keine Angst, sie werden dich zum Narren machen. Kannst du das auf dich nehmen für Mich? Haben sie Mich nicht auch zum Gespött gemacht? Und Ich war der Sohn Gottes! Sie werden dir das Letzte nehmen. Sie werden dich schwer zurichten. Überlege es dir gut.“
Darauf ich: „Jesus, es gibt nichts, was ich nicht mit Deiner Gnade und dem Beistand der geliebten Mutter tun kann.“ Jesus antwortete:
„Ohne Leiden geht es nicht; es ist, wie es ist. Mein Kind, du wirst verkannt und ausgestoßen werden.“
Ich: „Jesus, ich will! Wie aber wird es dem guten Seelenführer ergehen?“ Jesus:
„Ihr seid doch beide in Meinem Herzen. Es war gut von dir, es hat Mich sehr gefreut, dass du dich nicht von ihm trennen wirst - so ist Mein heiliger Wille! Bete, opfere, sühne, Meine Kleine, Ich gebe dir die nötige Kraft, Ich schenke dir Meine Gnade.“
Ich: „O mein Jesus, wie sehr liebe ich Dich trotz meines Elends, meiner Armut.“ Jesus sagte:
„Geh, Mein Kind, hab keine Furcht; Ich bin mit dir, in dir, über dir; werde nur demütig und klein.“
Ich: „Jesus, Du kennst mich, hilf mir.“

Am 19.10.96 sagte mir Jesus beim Erwachen:
„Mit dem Latein habe Ich es euch ein bisschen schwer gemacht. Es wäre sonst der Gedanke gekommen, dass du es irgendwo abgeschrieben hättest.“
Ich sagte: „Mein Jesus, Du weißt, dass ich das nicht tue.“ Jesus sagte darauf:
„Ich weiß, aber wissen es die Menschen?“

04. Oktober 96 (S. 85)
Die Gottesmutter sagte: „Bald wird eine Zeit der Umkehr und Buße kommen. In der Zeit der Reinigung wird es zu einer Flut von Bekehrungen kommen. Du wirst dein Zeichen erhalten, es wird dir geschenkt. Mein Kind, warum hast du Angst? Der „Himmel“ schenkt, was Er schenken will, aber nur dann, wenn es kommen soll, nicht nach deinem Willen.“
Später sagte Sie: „So kommt es, weil du alles selber machen willst. Übe dich in Geduld, lass Mich handeln.“

S. 87
Sie: „Ja, so ist es! Schau in die Sonne, schau nach den Sternen, auch den Mond betrachte. Mein Kind schreibe auf:
„Die Finsternis hat sich über die ganze Erde ausgebreitet. Dieser Glaubensabfall, die Sittenlosigkeit ist nicht mehr zu überbieten. Mein Kind, Ich bin an deiner Seite, Ich liebe dich, Ich habe dich erwählt, Ich helfe dir. Es ist die Zeit, die in der Bibel beschrieben ist (Anmerkung: in der Apokalypse des Johannes).
Ich sehe viele gute Priester ihr Blut vergießen, es sind Meine Getreuen. Du, Mein Kind, wirst vieles erdulden, aber es geht, Gott ist mit dir. Er verlässt dich nicht, so wie Ich dich nie verlasse.“
Ich: „Ist der Seelenführer in meiner Nähe?“
Sie sagt: „Ja, er ist bei dir. Allein würdest du es nicht bewältigen. Dir fehlt der Mut. Wärest du doch ein Kind, es wäre alles leichter für dich.“ Dann sagte Sie: „Vertraue nur und übe dich in Geduld.“

 

Aus dem Jahr 1997

S. 91
Jesus wendet sich in diesem Jahrhundert nur an die Kleinen, die Einfachen, denn die Großen, die Gescheiten, haben kein Ohr für den Erlöser. Solange sich diese nicht Gott zuwenden, so lange wendet sich Jesus an die Kleinen, die Armen, die Krüppel, an alle, die Er am Wegrand findet. Er beruft die Ungebildeten, um die Gebildeten zu belehren. Er beruft sie in Seinen Weinberg. Er füllt die, welche leer sind, auf mit Seinem Heiligen Geist. Er bekleidet die Nackten mit Sich und lässt es zu, dass sie über sich hinauswachsen. Er schenkt ihnen die Gnade, nur noch auf Seine heilige Stimme zu hören. Das geht so weit, dass sie sich einzig für Seine Sache ereifern und so alles Weltliche nebensächlich wird. Deshalb darf man nie zu müde sei, dem Nächsten zu helfen, vor allem den Priestern. Wie der heilige Paulus will ich ermahnen und belehren, ob man es hören will oder nicht:
Die Seele darf nie träge werden, wenn es darum geht, die Ehre Gottes zu fördern und zu verteidigen. Wenn ich mich abends zur Ruhe lege, muss ich ganz sicher sein, keine Seele, vor allem keinen anvertrauten Priester vergessen zu haben.

S. 93
Ich antwortete: „O ja, mein Jesus, ich will, wenn Du mir die Liebe und die Kraft dazu schenkst!“ Jesus lud mich ein:
„Mein Kind, komm, folge Mir nach! Verlasse alles, was dir lieb ist; alles, was du hast. Werde ganz klein. Niemand darfst du mehr lieben als Mich, denn sonst bist du Meiner nicht wert. Als der Menschensohn auf Erden wandelte, hatte Er nichts; so sollst du auch nichts haben als Meine eigene Liebe, die Ich dir im reichen Maße schenken werde. Du sollst zu Meinen Füßen niederknien, um von Mir leiden zu lernen.
Nie habe Ich mehr gelitten als in diesem Jahrhundert - wegen Meiner armen Priester. O Meine armen Priester, wie sehr hat Satan sie verblendet! Ich weinte über Jerusalem, doch es ist mit dem, was heute geschieht, kein Vergleich. Ihr glaubt, ohne den Erlöser fertig zu werden. Mein Kind, es gibt ein schauerliches Erwachen. So wie damals, als Ich auf Erden wandelte, wird der Gottmensch auch heute wieder hinausgeworfen.“

S. 93
Jesus fragte mich wieder: „Willst du sein wie Ich? Willst du mit Mir leiden?“
Darauf ich: „Jesus, Du weißt, dass ich in meiner menschlichen Schwäche nie zum Leiden fähig sein kann. Ich will leiden, wenn Du bei mir bleibst und mir Kraft gibst.“ Dazu sagte Jesus:
„Leb‘ in Meinen Wunden und geh‘ deinen Kalvarienberg!“

S. 95
Oft bin ich traurig, weil meine Leiden mich so stark belasten, dass ich nicht genug für die Armen Seelen beten kann. Doch bei allem Schmerz will Jesus mein Lächeln. Er sagte einmal:
„Traurige Seelen sind nicht nach Meinem Herzen.“ Er sagte auch: „Strahle die Menschen mit Meiner Liebe an.“
Ja, ich möchte die Menschen mit der mir von Jesus ins Herz gelegten Liebe anstrahlen. O wie gut ist mein göttlicher Freund, mein Jesus!
Wenn ich die geliebte Mutter bat, mit mir in den Beichtstuhl zu gehen, dann hatte ich keine Angst vor dem Sündenbekenntnis: Es sprudelten die Worte aus meinem Mund (oft geheime Gedanken, die ich wochenlang verbarg), alles ging ganz leicht. Es war unglaublich: Sie war meine wahre Mutter, Sie verweigerte mir nichts.

12. Mai 97 (S. 96)
Welch ein Tag! Während ich meine Hausarbeiten verrichtete, überkam mich eine große innere Angst, verbunden mit Erstickungsanfällen, die gegen 15.00 Uhr lebensbedrohlich wurden. Ich ging zum Arzt, und dieser machte ein Spritze. Die Anfälle schwanden, doch ich wurde richtig krank. Letztlich fiel ich in einen Dämmerschlaf. Mein Gesicht war wie lahm, meine Lippen waren taub. Dabei hatte ich quälenden Durst. Trotz des vielen Trinkens wurde mein Zustand nicht besser, es war so, wie ich mir eine Agonie vorstelle. Ich griff zu Schmerztabletten. Da vernahm ich die Worte Jesu:
„Meine Leiden.“
Ich begriff, Er hatte doch früher zu mir gesagt:
„Trage, was Ich dir gebe; wenn du es verringern willst, dann kannst du Mir nicht helfen.“
Dann fühlte ich mich wie am Kreuz. Vor allem die Schmerzen an den Füßen, denn Er gab mir einen kleinen Anteil an Seinen Leiden. Dann spürte ich einen ähnlichen Schmerz, wie Er ihn beim Durchstoßen der Nägel erlitten haben musste. Es war wieder nur ein kleiner Anteil an Seinem Schmerz... Etwas später spürte ich, wie sich das Blut um meine Nägel verkrustete.
Diese Pein schien mir schmerzlicher als das Einschlagen der Nägel. Ständig hatte ich Krämpfe in den Füßen, dennoch hatte ich im Geist immerfort gebetet. Gegen 21.00 Uhr wurde mein Zustand besser. Obwohl ich Jesus für mein armseliges Gebet um Verzeihung und Erbarmen anflehte, war es eine ganz innige Vereinigung. Er war in meinem Gnadenbild zugegen. Obwohl ich ständig in Ohnmacht fiel und immer kurz einschlief, hatte ich eine nie gekannte Kraft zum Leiden. Es war mir klar, dass es nur eine Spur der Leiden Jesu war, und ich erkannte, dass kein Mensch so viel zu leiden vermochte wie Jesus, mein armer Heiland!
Jesus braucht meine kleinen Leiden. Die geliebte Mutter sagte unter anderem einmal:
„Werde eine kleine Opferseele.“ Jesus selbst sagte zu mir: „Gib Mir deine Hand, Ich gebe dir die Meine.“
Mit Sicherheit kann ich sagen, dass kein Mensch auf dieser Erde so dem geliebten Heiland zu Dank verpflichtet ist wie ich, die ohne Seine Hilfe kein gutes Wort sprechen könnte und beim Leiden sofort versagte. „Jesus, Jesus, tausendmal geliebter Jesus, alles mit Dir, ohne Dich nichts, gar nichts!“

S. 97
Die unendliche Barmherzigkeit Gottes
Am Anfang, nach meiner Bekehrung, hatte ich stets Zweifel, ob mir der liebe Heiland auch wirklich alles verziehen habe. Ich tat mir schwer, deshalb legte ich zweimal eine Generalbeichte ab. Doch beim zweiten Mal sagte mein von Gott erleuchteter Seelenführer:
„Jetzt dürfen Sie aber keine Generalbeichte mehr ablegen.“
Zu diesem Zeitpunkt kannte ich die unendliche Barmherzigkeit Gottes noch nicht. Oft habe ich vom Anfang bis zum Ende der heiligen Messe geweint. Ich konnte einfach nicht glauben, dass Gott mir alles vergeben hatte.
Mein Misstrauen nutzte der Feind bis zum Äußersten aus: Er schlich in meinen Geist und fragte: „Was willst du hier bei diesen frommen Leuten? Wenn sie wüssten, wer du bist! Sie würden dich mit Steinen davonjagen.“ Oder so: „Glaubst du wirklich, dass deine vielen Sünden ausgelöscht sind? Du irrst dich, das ist unmöglich, weil du in dem dir verbleibenden Leben nicht mehr alles gutmachen kannst! Steh auf und geh weg, du passt nicht zu diesen guten Leuten.“ So weinte und schluchzte ich oft eine ganze Messe durch, ich glaubte mich verloren. Ich konnte nicht mit diesem frommen Priester sprechen, ich hatte Angst.
So brachte mich mein vergangenes Leben fast um den Verstand. Oft dachte ich: „Ich werde bestimmt verdammt.“ So ging ich in den Beichtstuhl mit ganz verweinten Augen. Weil ich so arm war, musste ich Jesus sehr gerührt haben. Während der Beichtvater mir die Lossprechung gab, schaute ich auf das Bild des barmherzigen Jesus:
Da löste sich die rechte Hand vom Bild, und Jesus sprach mich zusammen mit dem Priester los! Sein Arm war wie der eines starken Mannes, Seine Hand aus Fleisch und Blut. Er hatte ein priesterliches, weißes Messgewand an, weit geschnitten mit Spitze, so wie es eben der Priester trägt. Ich war sehr erschrocken und fragte den Beichtvater, ob er dies auch gesehen habe, doch er verneinte. Von jenem Tag an war ich geheilt.

Heute weiß ich, dass das Misstrauen gegen den Erlöser weitaus mehr den lieben Gott beleidigt als die Sünde selbst. Meine Tränen haben den süßen Jesus so sehr gerührt. Er hatte es an einer anderen Stelle selbst einmal gesagt, als ich mich über Sein Erbarmen wunderte und fragte: „Jesus, warum bist Du so gut zu mir?“ Darauf gab Jesus zur Antwort:
„Glaubst du nicht, dass deine Tränen Mein Herz berühren? Als Mein Freund Lazarus gestorben war, da war Mein Herz in großer Trauer, und so habe auch Ich geweint.“

02. Juni 97 (S. 99)
Als ich mich schlafen legte, sagte ich zu Jesus: „Es ist schwer, wann wirst Du wieder mit mir sprechen?“ Dann erinnerte ich Jesus an Seine heiligen Worte:
„Sei bereit, wann immer Ich dich rufe, und sei es in der Nacht.“
Ich flehte: „Wann wirst Du mich rufen?“ So schlief ich ein. Es ist unglaublich, aber wahr, in dieser Nacht weckte mich Jesus. Er hüllte mich in einen himmlischen Frieden ein, der eine göttliche, unvorstellbare Gnade war. Er schenkte mir mehr, als ich zu erfassen vermochte. Er war bei mir, wahrhaft gegenwärtig durch mein Gnadenbild. Wenn ich mich entfernte, schaute Jesus mir nach. Könnte ich Jesus doch in die Herzen aller Menschen tragen; ach, wenn ich das doch könnte!

20. Juni 97 (S. 99)
Nichts besitze ich als diese mir geschenkte Herzensliebe, die nur Jesus und Maria gehört. Von den ganz Kleinen will Jesus nur geliebt werden. Was bei Pater Pio große, heroische Werke waren, das wird bei den Kleinen durch ganz innige Liebe ausgeglichen. Selbst meine winzig kleinen Opfer in Vereinigung mit dem Heiland sind in Seinen Augen wertvoll. Jesus senkte diese Liebe selbst in mein armes Herz. Es lebe Jesus!
Meine Liebe zu Jesus
Manche Menschen dürfen schon auf dieser Erde in das Geheimnis Gottes eintauchen. So auch ich, obwohl ganz unwürdig. In der Monstranz durfte ich das Jesuskind schauen. Seine rechte Hand war ausgestreckt und hielt in dieser einen kleinen, goldenen Kelch. Es schien mir, als wolle Es mir den Kelch schenken. Der liebe Heiland sagte:
„Komm zu Meinen Füßen!“
Da erwiderte ich: „Jesus, Du weißt doch, dass ich nur Armut und Elend bin.“ Jesus sagte:
„Ich weiß; doch komm, leg‘ alles zu Meinen Füßen nieder; komm, liebe Mich!“

22. August 97 (S. 100)
Jesus liebt uns so sehr!
Wenn ich auf meinem Gnadenbild in die heiligen Augen des Erlösers schaue, bleibt nur Danken und Lieben. Diese mir geschenkte Liebe ist ein Strahl Seiner Liebesglut.
Unsere Liebe muss wie ein Strom in Sein heiliges Herz fließen, um Ihn zu trösten, Ihn, der heute so fürchterlich beleidigt und sogar verachtet wird. Obwohl Er meine Unfähigkeit zum Guten kannte, ließ Er sich nicht zurückhalten. Das, was ich tue, ist nicht mein Werk, es ist alles im Heilsplan Gottes eingezeichnet. Wäre es mein Werk, es wäre längst erloschen. Doch Jesus ist der Gute Hirt. Er schaut nicht auf Rang und Namen, Er liebt auch den ganz Kleinen. Er schenkt Seine Hilfe denen, die sich von alleine nicht erheben können. In der heiligen Messe dachte ich über die unendliche Barmherzigkeit Gottes nach, der mir Unwürdigen mehr geschenkt hatte, als es ein Mensch erfassen konnte. Da vernahm ich im Innern die Worte:
„Aus dem Staube erhebe Ich den Schwachen und richte ihn auf. Alles, was du siehst und hörst, ist nichts im Vergleich zur Liebe. Liebe ist das Größte, es ist das, was Ich von dir wünsche!“
„Es ist ein Weg, der alle Wege übersteigt, es ist der Weg der Liebe.“
Ich bete Ihn an: „Jesus, nimm mich so, wie ich bin, und forme Du mich nach Deinem heiligen Willen! Wenn es Dir gefällt, entfache die Glut in meinem Herzen und lass es zu, dass ich vor Liebe brenne. Ich möchte Dir ein Liebesopfer anbieten: Wenn Du willst und wenn es Dir gefällt, dass ich künftig auf jede Süßigkeit verzichte, so spreche ich mein Fiat aus Liebe zu Dir! Jesus, Du schenkst uns Sonnenschein, aber auch Regen und Sturm. Du liebst mich, und deshalb bin ich schon mehr als reich beschenkt. Deine Liebe schmückt meine Seele schöner, als es der schönste Blumengarten ist.“
Viele Seelen suchen bei Jesus die Zärtlichkeit - ich suche das, was Er will. Aufgenommen in das heiligste Herz Jesu, ist jetzt meine Seele nicht mehr verwundbar:
Tadel, Demütigungen und alles Schwere werden in Seinem heiligsten Herzen verwandelt in Liebe. So will ich das weitergeben, was mir unverdient geschenkt wurde. Ich werde alles verschenken, ich sammle nichts, ich gebe alles weg, vor allem meine Verdienste. Am Tage des Gerichtes werde ich mit leeren Händen dastehen; doch ich fürchte nichts, ich flüchte in die abgrundtiefe Barmherzigkeit Gottes.

28. November 97 (1. Advent) (S. 103)
Jesus sagte: „Du musst die dir geschenkten Gnaden durch Werke der Liebe vermehren.“
Vieles schenkt mir die Barmherzigkeit Gottes. Oft denke ich: „Wer bist du, kleines Erdenwesen, dass dich der große Gott so liebt?“ Er gab mir selbst die Antwort:
„Anbeten, danken, lieben, das ist es, was der Ewige von dir wünscht.“
Jesus braucht heute viele Sühneseelen, damit Er die Welt retten kann. Vielen ist heute das Sündenbewusstsein verlorengegangen. Deshalb wendet sich Jesus an die Kleinen, die Getreuen, an die kleine, treue Schar. Alles, was ich erlebe, teile ich meinem Seelenführer mit. Doch gibt es auch Dinge, die man nicht mitteilen kann, man bewahrt sie im Herzen: Oft brennt mein Inneres wie eine Fackel vor Liebe zu Jesus und Maria!
An Weihnachten flehte ich zum süßen, kleinen Jesuskind, Es möge mir ein kindliches Herz schenken, mich ganz klein werden lassen, damit ich mein so armes Herz an Sein kleines Herzchen drücken könne. So möchte ich das kleine Jesuskind hinaustragen in unsere arme, kalte Welt, um Es den Menschen zu bringen.
In meinem Herzen ist eine unvorstellbare Sehnsucht nach dem Himmel. Wenn ich mit Jesus spreche, dann überfällt mich eine Sehnsucht zu sterben, die nur der erlebt, an den Jesus sich wendet. Wer es nicht so erlebt, der kann diese Dinge nicht verstehen. Das Sterben ist mein innigster Wunsch, doch weitaus größer ist der Wunsch, Seelen retten zu helfen. Deshalb bin ich Jesus und Maria immer zu Dank verpflichtet. Es wird auf Erden keine Seele geben, die Ihm so zu Dank verpflichtet ist wie ich, weil ich so arm bin und von mir aus zu nichts Gutem fähig bin, aber auch wirklich zu gar nichts.

05. Dezember 97 (S. 105)
Sie schenkte mir ein kleines Gebet, das ich Ihr nun in der heiligen Messe so gern als Liebesgruß sage:

„Liebste Mutter, öffne mein Herz für das Gute;
gib mir ein unstillbares Verlangen nach Seelen.
Gib mir Mut und Kraft,
den Glauben, wie es Gott gefällt, zu verkünden.
Öffne mich,
die Nöte und Sorgen der Menschen zu erkennen,
ihre Schwächen zu entschuldigen,
und hilf mir, meine eigenen zu ertragen.
Verbanne Menschenfurcht und Angst aus meinem Herzen: für immer!
Lass nicht zu, dass ich mich schone,
sondern, wie Du es willst, jeden Augenblick nutze
und erst im Himmel zur Ruhe gelange.
Senke Deine Liebe in mein Herz
und lass es zu, dass ich mich aus Liebe verzehre.
Vereine mein armes Herz
mit Deinem reinsten, makellosen Herzen,
um so, ganz vereint mit Jesus, zu leben und zu lieben:
Auf dass es gelinge, mein Fiat zu sprechen wie Du!
Meinen Leib und meine Seele will ich einsetzen,
damit Jesus und Maria mehr geliebt werden!
Herr, lass mich ein Lichtlein werden zur Rettung der unsterblichen Seelen, besonders der Priester.“ Ich glaube, es ist in der Tat Zeit, vom Schlafe aufzustehen. Es ist Zeit, die Lampen anzuzünden. Unsere Zeit ist kurz, das heißt wir müssen üben, damit wir das Ziel erreichen. Wir dürfen uns nicht mit Mittelmäßigkeit zufrieden geben. Wir müssen uns sehr anstrengen, mit dem Meister auf den höchsten Gipfel zu steigen. Zuerst kommt der Kalvarienberg, dann erst Tabor, der Berg der Verklärung.

 

Aus dem Jahr 1998

S. 106
Eines ist mir sicher, dass die Gottesmutter mich zu formen versteht, wie es Ihrem Sohn Jesus gefällt. Was ich geben kann, ist wenig, aber wichtig: Ich muss meinen Willen vernichten und den heiligen Willen Gottes annehmen, ich muss lieben und mich von meinem „Ich“ ganz trennen. Jesus sagte einmal:
„Wenn du zu Mir ans Kreuz kommst, so wisse, dass du dich nicht frei bewegen kannst, aber nur so wirst du Mir ähnlich.“
Heute schenkte mir Jesus eine große Erleuchtung:
Der Heiland ließ mich wissen, dass Er von Seinen Priestern größte Liebe und Hingabe erwartet. Er wünscht keine gewohnheitsmäßige Messfeier. Er wünscht höchste Ehrfurcht vor dem Geheimnis von Golgotha. Er fordert von Seinen auserwählten Söhnen, dass sie sich Ihm, so wie Er es vorgemacht hat, in verzehrender Liebe ganz hinschenken. Von mir erwartet Er, dass ich es den Priestern durch Seine göttliche Gnade neu erkläre. Er selbst bereitet mich auf diese Aufgabe vor. Er fordert von mir Demut, Demut und nochmals Demut.
Während der Betrachtung schenkte Jesus mir eine große Gnade: Er ließ mich mein Elend schauen. Er sagte:
„Deine Armseligkeit hast du gut und richtig erkannt. Du hast erkannt, dass du ohne Mich zu nichts, aber auch zu gar nichts fähig bist. Schnell komme Ich, um dir zu helfen. Ich, dein Erlöser, liebe deine Armut, deine Zerknirschung; nur so wirst du fähig, Mich zu verkünden. Ich fülle dein Nichts auf mit Meinem Heiligen Geist.
Alle Demütigungen sind Bausteine für Meine neue Kirche. Mit dieser kleinen, treuen Schar werde Ich Meine Kirche erneuern.“
Ich: „Jesus, mein Alles, vereint mit Dir kann es gelingen, einen Felsen aus dem Meer zu heben und auch die ganze Welt zu erneuern. O ja, mein Jesus, ich glaube an Deine unendliche Liebe zu mir!“
So will ich auf Sein Wort hin ausziehen und mit den Waffen des Glaubens und der Liebe einer Johanna von Orleans kämpfen, ohne Rücksicht auf die eigene Person.
„Wenn Du, mein Jesus, es willst, werde ich sprechen, und durch Deine heiligen Worte werden die Herzen der Menschen schmelzen wie das Eis in der Frühlingssonne. Mein Geliebter, schau, ich komme, ich eile, Deinen Auftrag zu erfüllen. Lass Deine göttliche Liebe in mein armes Herz einströmen. So kann ich beginnen, so werde ich Dir nichts verweigern.
Jesus, Du bist die Sonne, die mich erwärmt, die mich in die Glut Deiner reinen Herzensliebe einhüllt. So wie Petrus will ich sprechen:
' Auf Dein Wort, o Herr, will ich mein Netz auswerfen.’
Und so wie damals wird es durch Dich ein reicher Fang.“

10. Februar 98 (S. 108)
Noch war es still und dunkel auf der Erde, doch Jesus und Maria wollten, dass ich betete. Sie hüllten mich mit unfassbarer Liebe ein. Maria hatte mich zart geweckt. Der Rosenkranz war als mein ständiger Begleiter direkt zur Hand, ohne ihn könnte ich nicht auskommen. Das Schlafzimmer war übersät mit Armen Seelen. Sie warteten mit unsagbarer Geduld auf mein Gebet. Welche Freude, ich wollte sie alle umarmen! Meine Seele war erfüllt von großer Seligkeit: Mein Dank galt der ewigen Liebe, die mich erschaffen hatte und mir die große Gnade schenkte, alle zu lieben; mein Dank kam aus einem Herzen, das sicher war, unsagbar geliebt zu werden. Jesus sagte:
„Es ist Meine Liebe, Ich habe sie dir geschenkt.“
Könnte ich Ihn doch für alle Fernstehenden lieben. Ja, ich wollte Ihn lieben mit Seiner eigenen Liebe, die Er durch Seine Güte und Barmherzigkeit in mein Herz gesenkt hatte. Jesus war im Augenblick gegenwärtig. Er setzte mein Herz in Flammen. Er lächelte! Er schaute mich unentwegt an. Vor allem war es ein Dialog der Augen. Wenn ich mich entfernte, schaute Er mir nach. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich ständig. Jesus zog mich Arme an Sein blutendes Herz, blutend wegen der Auserwählten, blutend wegen des großen Glaubensabfalls und der ungeheuren Sittenlosigkeit. Blutend aber auch, weil man dem Heiligen Vater den Gehorsam verweigerte. O mein armer, geliebter Heiland, man will Dir nicht mehr dienen und verachtet Dich – Dich, der Du für uns gekreuzigt worden bist. In vielen Herzen geht es nur um Selbstverwirklichung, es gibt nur noch wenige Opfer- und Sühneseelen. Leiden sind ein Zeichen großer Gottesliebe; Er schenkt sie nur denen, die Ihn von Herzen lieben.

19. März 98 (Hl. Josef - vor meinem Gnadenbild) (S. 110)
Durch mich, die Geringste, streut Gott Seine Barmherzigkeit auf die Erde. Gott ist nicht fern, Er ist alle Tage gegenwärtig. Beten will ich, ohne zu zählen, und Ihm alles geben. Strahlend und rein möchte ich Ihm begegnen und die Menschen anstrahlen mit Seiner mir geschenkten Liebe. Alle sollen erkennen, wer in meinem Herzen wohnt. Er, der mich einen Zachäus nannte, Er ließ sich nicht von meinem Elend abhalten. Er schenkte mir die gleichen Worte wie jenem, Er sagte:
„Ich will stets in deinem Haus, in deinem Herzen, wohnen.“
Beten wir, dass ich den süßen Jesus nie enttäusche. Er nannte mich auch oft: „Kleine Botin der Liebe!“ Meinen Leib und meine Seele will ich einsetzen, damit Gott verherrlicht, die Gottesmutter geehrt und Seelen gerettet werden!

S. 113
Unser Vertrauen
Alles schenkt uns der Herr, wenn wir vertrauen. Nichts beleidigt Gott mehr als unser Misstrauen! Das ist für Ihn schlimmer als die Sünde, denn es beleidigt diesen gütigen und verzeihenden Gott so sehr. Bemühen wir uns, damit wir im Vertrauen nicht wanken, denn ohne dieses kann Er nicht auf die Seele einwirken. Seine abgrundtiefe Barmherzigkeit werden wir erst im Licht der Glorie im Himmel erkennen.

02. August 98 (S. 115)
Das süße Jesuskind war wieder aus Seinem Bild hervorgetreten. Es wollte mit mir sprechen, das erkannte ich, als Es die Augenlider senkte. Im Innern vernahm ich:
„Schreibe auf, was du am 30.07. geschaut hast.“

15. August 98 (Fest Mariä Aufnahme in den Himmel )
In der Nacht wurde ich von einer zarten Musik geweckt, zu der ein zartes Glöckchen klingelte. Dies war sehr rührend, es war eine himmlische Musik. Dabei durchströmte mich eine tiefe Freude. Dies hielt etwa fünfzehn Minuten an. Dabei musste ich immer an mein gutes Piochen denken und an M., jenen Ort, von dem Pater Pio so ergreifend gesprochen hatte. Ich war ruhig und hellwach. Zum Dank betete ich den Rosenkranz.
Heute war ich ganz mit der geliebten Mutter vereint. Als ich Sie in Ihrer Statue umarmte, schaute Sie mich wie so oft mit lebendigen Augen an, und eine tiefe Freude erfüllte mein Herz, so liebevoll war Sie. Alles hatte Sie mir geschenkt, nie etwas verweigert. Was Sie wollte, war die Weihe an Ihr Unbeflecktes Herz. Sie sagte einmal:
„Mein Kind, die Weihe ist so wichtig – glücklich, wer sich Mir geweiht hat.“
Sie forderte auch den Gehorsam, und den vor allem dem Seelenführer gegenüber. Deshalb gab Sie mir den Rat, dass ich um die Erreichung dieser Tugend viel beten müsste, und leitete mich auch gleich dazu an:
„Bete so: Schenke mir Frieden durch Gehorsam, dann habe ich keine Sorgen, keine Unruhe, keine Furcht. Schenke mir Vertrauen, das so groß und weit ist, dass ich so, wie du es verlangst, nicht an den morgigen Tag denke.“
Sie ist eben die beste Mutter und meint es so gut mir uns. Ave Maria!

S. 116
Pater Pio, mein geistiger Vater, weinte oft, wenn er sich auf die heilige Messe vorbereitete. Wenn die Leute fragten: „Herr Pater, warum weinen Sie?“, sagte er stets:
„Ich bin unwürdig, die heilige Messe zu feiern.“
Ähnlich erlebe ich es, denn bei allem, was mir geschieht, fühle ich immer mehr meine große Unwürdigkeit. Dies so zu erkennen, ist eine große Gnade, ein Geschenk Gottes. Man erkennt, dass man ohne Gottes Hilfe zu nichts, aber auch zu gar nichts fähig ist. Schauen kann schön sein, es kann aber auch eine Qual werden, denn man sagt sich: „Schon wieder ein Geschenk ohne Gegengabe.“ Man wird so reich beschenkt und kann selbst nichts geben, außer den ganzen eigenen Willen. Das ist doch das Mindeste, nicht wahr?
Finsternis der Seele
Meine Seele befindet sich zur Zeit in größter Finsternis. Mein Geist ist verdunkelt, ich bin verwirrt. Der Feind! Die liebe Gottesmutter warnte mich mit den Worten:
„Sei vorsichtig, der Verwirrer ist hinter dir her, mehr als du glaubst. Er will dich zu Fall bringen, er will dich dazu bringen, eigenmächtig zu handeln. Sei auf der Hut, er ist sehr listig.“ Jesus sagte: „Jetzt kommt der steile Berg.“
Ohne Seine Kraft und Liebe könnte ich alles begraben, aber Er hilft mir, richtet mich auf, kommt meiner Schwäche mit Seiner Kraft entgegen. Er selbst sagt, dass Er mir Seine heilige Hand reiche. Meine Seele schreit nach Gott, doch zur Zeit dringt kaum ein Sonnenstrahl in meine Seele. In unserer kleinen Kirche sehe ich noch immer im Bild das kleine Jesuskind. Mit Seinen kleinen Händchen zeigt Es mir den Weg. Doch mein Inneres ist wie Eis, und es fällt schwer, in diesem Zustand himmlische Dinge zu erfassen.
Es ist ein Leiden, das Körper und Seele gleichermaßen erfasst hat. Nur der Gedanke: „Gott will es“ hält mich aufrecht! Ich hoffe, dass ich mit Seiner Kraft und Liebe alles ertragen kann. Ich brauche viele gute Menschen, die mir ihr Gebet schenken.
Heute war mein Gebet wieder ganz zerstreut, ich tat mir so schwer. Da hörte ich im Innern die Worte:
„Wir lassen dich in diesem Zustand, damit du lernst, dass du ohne Uns zu nichts, aber auch zu gar nichts fähig bist.“
Darauf erschien mir die liebe Gottesmutter. Sie war ganz majestätisch und ernst. Ich spürte, wir sollten alle Menschen zum Gebet aufrufen und ihnen dazu verhelfen. Allen Priestern möchte ich zurufen: „Läutet die Glocke, läutet sie so lange, bis die Menschen die Zeichen der Zeit erkennen, damit sie in sich gehen, sich bekehren und zurückkehren zu ihrem Gott, zu ihrem Erlöser.“
Wenn es gelingen würde, alle Menschen zur Umkehr und Buße zu bewegen, dann wäre ich sicher, dass Gott uns schonen und Seine ganze Barmherzigkeit schenken würde! O wie gut ist der süße Jesus! Ihm ganz gehören, heißt auch, Ihn zu verkünden, zu loben und zu preisen. Es geht letztlich nur darum, Jesus vor allem durch beharrliches Gebet zu helfen, Seelen zu retten.
Ohne Jesu Hilfe könnte ich nichts über Ihn, meinen Liebsten, aufschreiben; meine Blätter wären leer. Mit dem Schreiben tat ich mir immer schon schwer. Jesus hilft mir, Er schenkt mir das alles. Je inniger ich mit Ihm verbunden bin, umso liebevoller kann ich schreiben. Mein Verlangen, Seelen zu retten, vor allem Priester, ist unsagbar groß. Es ist ein brennendes Verlangen. Es ist eine von Gott geschenkte Gnade. Er machte mich in Lourdes an der fünften Station zum Simon von Cyrene, der Jesus das Kreuz tragen half, und zwar vor allem für Seine Auserwählten, für die Priester.

S. 119
Die Gottesmutter sagte mir in Medjugorje:
„Es ist nicht deine Liebe, die du fühlst, Ich liebe durch dich.“

S. 122
Ich habe erkannt, dass alles Gute von Ihm kommt. So will ich durch Ihn mithelfen, Seelen zu retten, vor allem durch die Liebe. Ich habe meinen Platz gefunden, mein Platz heißt: Beten, Opfern, Sühnen. Durch die Gnade habe ich erkannt, dass Gott durch diese drei genannten Gaben bei entsprechendem Eifer ebenso viele Seelen zu retten vermag wie durch öffentliche Arbeit. Danken will ich für diese Gnade. Gott will, dass ich ein Simon werde für die Welt, vor allem für Seine auserwählten Söhne, die Priester. Wir armen Sünder dürfen dank seiner Barmherzigkeit an der Wiedergutmachung der Sünden der Welt mitwirken. Was kann uns der liebende Gott mehr schenken? Wie werden sich die Geretteten im Himmel freuen! Mein süßer Jesus schenkt gerade die Erkenntnis, dass wir auch zum Miterlösen berufen sind: Wir sollen Mitarbeiter im Weinberg Gottes sein.

08. Dezember 98 (S. 125)
Wie immer sehe ich Sie, die Königin meines Herzens, freitags in der Fatima-Gebetswache. Beim Aufschreiben meiner Sünden bat ich die Gottesmutter, Sie möge mir helfen. Sie zählte nicht die offenkundigen Sünden auf, so wie ich das tue. Sie sprach von den Fehlern, die nur in der Tiefe meines Herzens zu finden waren. Dann sprach Sie, dass ich wegen des Wunders oft skeptisch und misstrauisch wäre, wenn auch nur für einen Augenblick. Sie war traurig, sprach aber weiter und sagte:
„Ich halte Mein Versprechen, aber halte deines auch.“
Ohne Rückkehr und ohne Reserve, versteht sich! Weiter sprach Sie nicht, ich aber wusste, dass ich dann, wenn ich viel leiden musste, meinem Wahlspruch treu bleiben und alles geduldig ertragen sollte, um so mitzuhelfen, Seelen zu retten. Sie schenkte mir die Erkenntnis, dass ein zerstreutes Gebet nicht so schlimm sei wie die Sünden, die im Innern geschehen, zum Beispiel Mangel an Nächstenliebe oder das Missachten eines schwer zu ertragenden Menschen. Sie wünschte, dass ich alles Böse nur mit Liebe beantwortete. Im Herzen durfte kein Groll aufkommen.

24. Dezember 98 (S. 126)
Jesus weckte mich ganz früh. Er sagte:
„Mein Kind, bleibe ganz im Gehorsam. Deinen Seelenführer führe ich. Alles, was er dir sagt, lege Ich in sein Herz. Heute bist du traurig, du glaubst, dass du dich geirrt hast in dem, was Ich zu dir gesprochen.
Der Heilige Geist hat viele Herzen erneuert. Es geschah im stillen, die Welt hat es nicht wahrgenommen. Der Heilige Geist wirkte in vielen Herzen. Die neue Ära hat schon Einzug gehalten. Bleibe du nur ganz gehorsam. Obwohl du ein auflehnendes Wesen bist, bitte Ich dich: Überwinde deine Natur! Du wartest immer auf Antwort, wenn du deinem Seelenführer schreibst, doch damit würdest du nur deine Eigenliebe fördern.“

Ich sagte: „Jesus, so vieles verstehe ich nicht, ich wäre froh, wenn er es mir erklären würde.“ Darauf sagte er:
„Ja, Mein Kind, aber kümmere dich nicht um den Inhalt, das ist Meine Sache. Überlasse dich Mir ganz. Ich habe dir gesagt, dass die Welt viele Sühneseelen braucht, damit Ich Meine ganze Barmherzigkeit ausgießen kann.“

S. 127
Es ist gleich, wo ich mich befinde, ich trage stets eine nicht zu erklärende Sehnsucht nach dem Geliebten in mir. Es kann mich nichts ablenken. Von meiner eigenen Person kann das nicht kommen. Jesus selbst legte diese Gnade in mein Herz.
Es sind Jesu Botschaften, nicht meine. Ich kann das nicht mit 7 Jahren Volksschule. Jesus selbst sagte zu mir:
„Alles, was du aufschreiben tust, es ist von Mir.“
Am Anfang waren die Worte so fremd, und oft habe ich selbst erst die geschriebenen Worte lesen lernen müssen. Wenn Jesus spürbar in meinem Innern war, dann kämpfte ich mit den Tränen, so wie es heute morgen im Speisesaal geschah.
Jesus sagte zur Schwester Faustine: „Der größte Sünder hat das größte Recht auf Meine unendliche Barmherzigkeit.“
Ich armer Sünder bin ein lebendiger Zeuge dieser göttlichen Wahrheit. Seine abgrundtiefe Barmherzigkeit will ich lobpreisen: heute auf dieser Erde und morgen im Himmel auf ewig. So wie die Menschen staunten, als Jesus auf Erden wandelte, so staune ich, wenn Er in mein Herz kommt. Er offenbart sich mir immer wieder durch die heilige Hostie. Wollte ich alle geschenkten Hostienwunder aufschreiben, das gäbe ein Buch für sich. Ach, könnte ich Jesus doch lieben mit der Heiligkeit eines Engels! Doch ach, Jesus weiß am besten, dass ich das unfähigste Werkzeug in der 2000-jährigen Geschichte bin. Dennoch erlaubt Er mir, dass ich täglich Sein Angesicht im Gnadenbild schauen darf. Am Anfang tat ich mir schwer, ich konnte nicht alles glauben, da sagte Jesus zu mir:
„Glaubst du immer noch nicht?“ Später sagte Er: „Wo ist dein Glaube?“
Heute kommen oft Tränen der Reue, weil ich durch meinen Unglauben Jesus so oft beleidigt habe. Sein heiligstes Herz, verbunden mit dem Unbefleckten Herzen Mariens - das ist heute schon der Himmel auf Erden.

 

Aus dem Jahr 1999

15. Januar 99: Meine Heilung (S. 128)
In der Kur hatte ich ständig Darmkoliken mit hohem Fieber. Der Arzt machte eine Schmerzinfusion. Dann rief er mich zum Ultraschall. In der Douglas-Höhle fand er einen Tumor, eine Zyste. Nun wusste ich auch, warum ich so krank war!
Eine Operation war sehr gefährlich, da Zysten im Innern Giftwasser haben; wenn die Zyste während der Operation riss und dieses Gift in die inneren Organe gelangte, würde meist keine Rettung mehr möglich sein. Ferner hätte der Darmausgang für viele Wochen auf die Seite gelegt werden müssen.
So sprach ich mit meinem göttlichen Freund, ich sagte: „Lieber Heiland, erspare mir die Operation, wenn Du es willst. Schau, mein liebster Jesus, Du kannst es doch machen wie zu Deinen Lebzeiten: Wenn Du mich berührst, werde ich gesund. Du bist doch allmächtig und sagtest einmal, dass Du mein Arzt sein und meine Wunden heilen wolltest, und versprachst:
,Ich bin der barmherzige Samariter.‘
Jesus, heile mich, ich vertraue Dir!“
Im Vertrauen auf meinen Geliebten schlief ich gegen 21.10 Uhr ein, wachte aber schon um 22.10 Uhr wieder auf: Die Zyste hatte sich von meinem Körper gelöst, sie war über ein Pfund schwer, ich fand sie in meinem Bett! Jesus, mein Liebster, heilte mich, weil ich vertraute! Es gab keine Beschwerden mehr, keine Wurzel blieb zurück, normalerweise haben solche Zysten nämlich Wurzeln, die recht unangenehme Folgen haben...
Man brachte mich in den O.P. Dort wurde ich etwa eine Stunde untersucht. Zitat der Ärztin: „Ihr Körper hat sich von allein geheilt.“ Da musste ich lächeln, und aus meinem Herzen quoll unaufhörlich: „Danke, mein Geliebter, danke!“ Preise, meine Seele, preise deinen Gott! Da konnte ich das „Großer Gott, wir loben dich“ anstimmen.
Zwei Nächte zuvor hatte ich zweimal eine Erscheinung von Pater Pio. Er kam mit Hausschuhen und in seinen Ordenskleidern. Sein Atem war schwer, so wie bei einem Asthmatiker. Ich war so im Fieber, dass ich ihn nur noch anschauen konnte. Auch meine Armen Seelen waren ständig um mich herum; sie zeigten, dass sie sich um mich sorgten.

24. Januar 99 (S. 129)
Vom Krankenhaus entlassen, war ich zur Kur zurückgekommen. Jesus war wieder spürbar in meinem Herzen. Heute beim Mittagstisch sagte Er:
„Mein Kind, sei ganz brav und ganz gehorsam. Ich brauche deinen Gehorsam für die Rettung Meiner Priester. Ich selbst habe deinen Seelenführer für dich erwählt; was er dir sagt, steht im Einklang mit Meinem Willen! Du bist oft traurig, weil er dich nicht lobt. Denke immer daran, dass Ich ihn so, wie er ist, erwählt habe.“
Meine Antwort: „Jesus, ich will nur, dass er Deine Werke lobt, Deine Worte in den Briefen, da Du doch so viel Liebe und Barmherzigkeit an uns verschenkst.“ Jesus antwortete mir:
„Ja, Mein Kind, das ist so. Er aber weiß, dass deine Natur sehr eitel ist. Schenke Mir nur deinen Willen, gut zu sein. Ich helfe dir, wenn Ich es mal anders will.“
Ich sagte dann noch: „Jesus ich danke Dir, dass Du mich vor dem gefährlichen Operieren bewahrt hast.“ Jesus antwortete:
„Ich wollte es nicht.“
In allem erkenne ich die Botschaft Jesu, und zu allem gebe ich mein Fiat! Am Anfang hatte ich Jesus in großer Sorge gefragt, ob Er immer mit mir zu sprechen gedenke?
esus sagte:
„Du bist schwach, Ich habe dich in Meinen Weinberg gerufen. Denke daran, dass du Meine Botin bist.“
In diesen Wochen habe ich die Barmherzigkeit Gottes in reichem Maß erfahren. Mit Schwester Faustine will ich Sein heiliges Herz als unerschöpfliche Quelle der Barmherzigkeit lobpreisen. Da höre ich Jesus sagen:
„Mein Kind, glaube mir, nur ein Menschenwerk kann man zerstören, nicht aber das, was von Meinem heiligen Herzen ausgeht.“
Wer nicht glauben will, der hat schon verloren! Hätte das Kind Bernadette gesagt, dass es nicht glaubt, dann wäre die Macht der Lieben Frau zu Ende gewesen. In der Hand Gottes fühle ich mich geborgen. Das Verlangen zu sühnen ist durch die Gnade stark gewachsen. Keinen Augenblick möchte ich versäumen, Opfer anzunehmen zur Rettung der Seelen, vor allem der von Gott so sehr geliebten Priester. Die Sprache der Liebe Gottes, so wie sie mir oft geschenkt wird, ist allein die Sprache des Herzens.
Jesus hat in den letzten Monaten vieles in mir verändert: Ich kann jetzt zum Beispiel ganz offen in der Fatima-Gebetswache die Botschaften Mariens mitschreiben, ohne Angst vor einem eventuell tadelnden Blick eines Nachbarn zu haben, weil Er diese Menschenfurcht aus meinem Herzen genommen hat. Heute ist mir einzig wichtig, dass ich Gott in allem liebe. Aus Liebe zu leiden, ist so schön für mich, nie kann ich genug bekommen. Ist die Seele zu allem bereit, gibt der süße Jesus auch die nötige Kraft, und Er selbst nimmt das größte Stück vom Kreuz.
Könnte ich doch für die ganze Welt sühnen, die Rettung der Seelen ist mir das Allerwichtigste geworden. Einmal sagte Jesus:
„Von dir verlange Ich vor allem das Erkennen deines Nichts: Klein will Ich dich!“
Wie die heilige Theresia vom Kinde Jesu will ich die kleinen Dinge lieben, vor allem Gebet, Opfer, Sühne. Von einem kleinen Kind erwartet man nichts Großes. Ich denke so: Der Inhalt aller Tugenden ist und bleibt die Erfüllung des heiligen Willens Gottes!
Jesus nimmt eine erwählte Seele ganz in Sich auf. Schon 1994 nahm mich Jesus heraus aus dem Trubel der Welt. Als ich damals am Elisabethenkaffee teilnahm, da hörte ich immerzu Sein Flehen. Er sagte:
„Ich bin so allein, komm und leiste Mir Gesellschaft!“
Dies hörte ich so lange, bis ich aufstand und nach Hause zu Jesus ging. Von jenem Tag an ging ich in keinen öffentlichen Verein mehr. Jetzt habe ich nach weltlichen Dingen überhaupt kein Verlangen mehr. Jesus ist mein Alles. Nichts hat sich in meinem Herzen so sehr verwurzelt wie die Leidensliebe. Ist es nicht wunderbar, dass ein armseliger Mensch durch Gebet und Opfer mithelfen kann, Seelen für die Ewigkeit zu retten? Immerzu denke ich an die Worte der Gottesmutter von Fatima:
„Es kommen viele in die Hölle, weil niemand da ist, der für sie betet.“
Da kann ich doch nicht so tun, als ginge es mich nichts an, das geht nicht! Deshalb will ich viel leiden, mit Jesus alles wagen.

15. März 99 (S. 132)
Seit Aschermittwoch befand ich mich zur Untersuchung im Krankenhaus. Der Arzt bestätigte, was ich im Glauben schon wusste: Es waren keine Wurzeln, keine Nachwachsungen der Zyste zu finden, alles war ganz verheilt. Der liebe Heiland machte keine Halbheiten! Der Arzt suchte, wie es für seinen Berufsstand üblich ist, beharrlich nach weiteren Tumoren, fand aber keine. Doch unglücklicherweise rutschte ihm das Skalpell aus, wodurch mein Darm verletzt wurde! Durch Röntgen konnte man es genau sehen. Der Arzt riet mir, den Darm durch Austrocknen zu heilen. Das bedeutete, dass ich neun Tage künstlich ernährt werden und ruhig liegenbleiben musste. Wenn die Wundheilung nicht gelänge, müsste man operieren.
In dieser Nacht hatte ich eine Schauung: Jesus erschien mir im langen, weißen Gewand. Er führte mich in die Wüste. Dort breitete Er Seine Arme aus und zeigte mir einen Dornbusch, so wie ich ihn damals in Medjugorje auf dem Erscheinungsberg gesehen hatte: Wo ich auch hinschaute, waren Hecken mit spitzen braunen Dornen. Die Wüste war steinig und hügelig. Jesus trug braune Riemenschuhe. Er sagte zu mir:
„Vor Meinem Leiden verbrachte Ich 40 Tage in der Wüste, Ich habe gebetet und gefastet. Für dich habe Ich neun Tage erwählt.“
Dann führte mich Jesus in eine Gegend, die dornig, steinig und einsam war. Er flüsterte mir die Worte zu:
„Sei geduldig!“
In der Wüste gab es kein Wasser, und ich hatte großen Durst, auch Hunger. Da fing ich zu beten an, doch dabei muss ich eingeschlafen sein. Jesus war entschwunden. Morgens fühlte ich eine große Einsamkeit, eine Gottverlassenheit. Meine Kopfschmerzen waren wie Nadelstiche, sie brachten mich fast um den Verstand. Ich forderte ein Schmerzmittel, aber es half nicht. Soviel ich Jesus auch rief und Ihn um Hilfe bat, der Herr war wie weggeblasen. Ein Gedanke machte mir Mut, ich dachte:
„Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, so fürchte ich kein Unheil, denn Du bist bei mir.“ Er sagte doch selbst: „Ich will stets in deinem Haus, in deinem Herzen, weilen.“
Am vierten Tag trat der Versucher an mich heran, er sprach: „Warum willst du leiden? Dein Darm heilt nicht; lass dich operieren.“ Da stand ich auf, ging zum Pfleger und sprach: „Ich will nicht so leiden, ich lasse mich operieren.“ Doch dieser blieb gelassen und sagte: „Ach, wenn Sie doch geduldig wären, dann schaffen Sie es bald!“ Hatte Jesus durch seinen Mund gesprochen? Es war das Wort „geduldig“, das mich aufhorchen ließ! Ich denke, Jesus kannte mich gut und wusste, dass es so kommen würde. Sofort rief ich zu Jesus: „Herr, hilf mir, hilf meiner Schwachheit, sonst bin ich verloren; die List des Feindes wurde mir doch bald zur Falle!“ Dann schlief ich ganz ruhig ein.
Fünfter Tag
In der Nacht wurde ich wach, ich sah nur Blut, mein Nachthemd, meine Hand, alles war voll Blut. Da klingelte ich nach der Schwester. Diese kam und rief über Funk den Arzt. Man stellte mir Fragen, aber ich war schon zu schwach, um antworten zu können; ich hatte einen Erstickungsanfall. Man schloss mich an die Sauerstoffflasche an, und der Arzt machte eine lebensrettende Spritze. Später sagte man mir, dass der zentralvenöse Katheder herausgerissen worden war. Man dachte wohl, dass ich es selbst getan hätte, aber nein, ich weiß schon, wie mich der Feind blamieren wollte!
Er legte mir im Krankenhaus viele Fallen, damit die Ärzte denken sollten, ich sei eine Irre. Durch ein einfaches Umdrehen im Bett könne es sich nicht gelöst haben, da müsse man schon viel Kraft aufgewendet haben, sagte der Pfleger. Ich verteidigte mich nicht; was sollte ich auch sagen! Seltsam, gerade in dieser großen Verlassenheit kam ein Brief von meinem Seelenführer mit lieben Worten des Trostes und der Versicherung, dass er für mich bete. Treffend fand ich seine Worte: Lieben und leiden. Diese Zeilen waren für mich ein großer Liebesbeweis Gottes, Er hilft uns immer in der Not.
Die Muttergottes sagte einmal zu Don Gobbi die wunderbaren Worte, die auch für mich zu betrachten wichtig sind:
„Ich werde euer Herz weit machen, damit ihr das Mysterium Meines mütterlichen Schmerzes begreifen könnt.“
Als die neun Tage zu Ende waren, musste ich erneut zum Röntgen, und welche Freude durfte ich verkosten: Mein Darm war geheilt. „Danke, Jesus, Du bist der beste Arzt!“
Dennoch, ich war in der fünften Woche im Krankenhaus, mein armer, kranker Mann musste zuhause alles allein machen! Meine Seele und mein ganzen Denken galten aber Jesus und Maria, da waren irdische Sorgen und Probleme schnell verraucht. Es war eine große Gnade des Himmels. Jesus schenkte ohne zu zählen - immerzu.

S. 136
Der schönste Tag des Jahres 1999: Maria kam am 9. August ins Krankenshaus, aber alles begann am Vortag:
Der 8. August war ein Sonntag. Mein Herz war voll Sehnsucht, nach Marpingen zu fahren, doch leider befand ich mich im Krankenhaus. Den ganzen Tag spürte ich aber die Nähe der himmlischen Mutter. Es tat mir sehr weh, dass ich nicht dort sein konnte, wo Sie war. So betete ich immerzu. Ich betete auch für die Seherinnen von Marpingen, die ich vor meinem geistigen Auge hier im Krankenzimmer, im Aufenthaltsraum, in der Kapelle gesehen hatte: Wo ich hinging - sie waren geistigerweise bei mir und die liebe Gottesmutter auch.
Am Montag meinte ich, dass diese intensive Verbundenheit vorbei wäre; doch als ich gegen 10.00 Uhr den Kreuzweg im Bett betete, spürte ich plötzlich die Nähe der Gottesmutter, die ganz wirklich und körperlich da war, mich umarmte und Ihre heilige, schlanke Hand auf mein Herz gelegt hatte! Doch wie konnte es geschehen, dass ich da plötzlich mein eigenes Herz in Ihren Händen außerhalb meines Körpers sah? Ihre heilige Hand hielt mich so gefangen, dass ich mich nicht richtig zu Ihr umzudrehen wagte. Unentwegt schaute ich auf diese schlanke, gepflegte Hand mit kurzen Fingernägeln. Im Innern hörte ich die Worte:
„Meine Kleine, du weißt, wie sehr Ich die Fatima-Gebetswache liebe, Ich brauche dieses Gebet. Es ist Mein Wunsch, dass dort weiterhin ganz innig gebetet wird. Um der Welt zu zeigen, wie wertvoll dieses Gebet für den Triumph Meines Unbefleckten Herzens ist, habe Ich diese drei Kinder (Anm.: Seherinnen von Marpingen) ausgesucht. Die große Liebe, mit der dein Seelenführer diesen Ort des Gebetes (Anm.: Ort der Fatima-Gebetswache) geschaffen hat, werde Ich mit viel Gegenliebe belohnen.
Du, Mein Kind, wirst viel leiden. Diese Leiden sind die Blumen, die Mein Unbeflecktes Herz ausschmücken. Friede und Geduld, Liebe und ein geöffnetes Herz für Meinen Plan, das schenke Ich dir. Alles, was du tust - auch was du schreibst -, ist ein Geschenk deiner dich so sehr liebenden Mutter.“
Dann entschwand Sie. Dies so erlebt zu haben, kann ich auf Eid nehmen. Ich sah und fühlte neben mir die Liebe Frau, welche die schöne schlanke Hand auf mein Herz legte. Es ist auch wahr, dass ich mich nicht umdrehen konnte. Vielleicht hatte Sie mit Ihrer heiligen Hand mein Herz geöffnet? Wer kann verstehen oder nur erahnen, wie sehr ich Sie liebe? Ich liebe Sie grenzenlos!

21. August 99 (S. 138)
Ich fuhr mit meinem Bruder nach Marpingen zur Erscheinung, um der Gottesmutter für meine gelungene Operation zu danken. Viele Stunden mussten wir warten. Eine gute Frau gab mir ein Klappstühlchen. Als die Erscheinung durch ein Glöckchen angezeigt wurde, da hörte ich eine zarte Musik, begleitet von einem Instrument. Es waren keine Hoch- und Tieftöne, es war ein steter Gleichklang. Dies hörte ich, als die Muttergottes kam und als Sie wieder wegging. Nie werde ich diese wunderschöne zarte Musik vergessen.

S. 142
Seine Liebe und Barmherzigkeit schenkt Er den Kleinen, den Armen, vor allem denen, von denen Er weiß, dass sie sich von alleine nicht erheben könnten.
Es tut weh, wenn ich daran denke, wie man mit der himmlischen Mutter umgeht: Man lehnt Sie ab; Ihre Erscheinungen werden an vielen Orten nicht anerkannt. Wie traurig für unser Vaterland; wie traurig, wenn ein Priester über die Erscheinungen Mariens abfällig spricht! Jesus sagte zu mir:
„O Meine armen Priester, wie sehr hat Satan sie verblendet!“
Er sagte auch, dass der große Glaubensabfall mehr vom Klerus als vom gläubigen Volk ausgehe. Da hilft nur Gebet! Beten, beten wir!

S. 143
Es wurde ein schöner Sonntag, denn den ganzen Tag über war ich mit dem süßen Jesus vereint.
Jesus sagte (Anmerkung: zu N.): „Durch Meine geliebte Mutter soll aus diesem kleinen, unscheinbaren Ort ein Ort des Gebetes und der Liebe werden. Ein Ort des Dankes für die Botschaft von Fatima.“
Durch unsere Leiden wird dieser Ort für Gottes Barmherzigkeit reif; denn alles muss erbetet und erlitten werden. Zu gegebener Zeit werden wir dann in das Geheimnis der Gnade eingetaucht, wenn wir alles ertragen und die Leiden angenommen haben. Jesus will von uns beiden, dass wir uns Ihm ganz überlassen, so wird Er uns formen, wie es Ihm gefällt. Wenn man uns verwundet - Er ist unser Arzt! Er heilt unsere Wunden. Er sagte weiter:
„Ihr seid doch beide Kinder Meiner Gnade, ihr seid beide fest in Meinem Herzen eingeschlossen.“
Zweifeln brauchen wir nun nicht mehr. Er, der uns alles geschenkt hat, Er selbst führt alles zum Guten. Nur mit Jesus vereint kann die Seele diese Dinge verstehen und begreifen. Jesus will von uns, den Kleinen, nur geliebt werden.
Dann sprach Jesus wieder zu mir:
„Sei kein Thomas, in dir ist so viel Kritik, so viel Angst, du könntest dich täuschen. Ich bin dein Gott, Ich täusche die Mir ganz gehörende Seele nie. Du bist ganz Mein. Sehr lange wirst du ganz einsam sein: Die Frommen will man nicht, man stellt sie zur Seite, so wie man Mich zur Seite gestellt hat.
Bete, Mein Kind, bete um die Gnade der Beharrlichkeit. Schreibe diese Worte auf, die von Meinem Herzen in dein Herz überströmen. Sei nie aufgeblasen. Bete, leide, erdulde alles. Es ist doch für Meine auserwählten Söhne, die Priester. Sei kein Schwätzer! Verzichte für die, welche es nicht mehr können.“

S. 145
Ich schaute eine Sendung im Fernsehen über die Ereignisse in Marpingen.
Während ich diese Sendung anschaute, schenkte mir der liebe Heiland eine große Zärtlichkeit im Innern. Er sprach mit mir während der Sendung:
„Mein Kind, du wirst viel leiden, um dadurch auch den Sehern Beistand und Hilfe zu gewähren. Auch für Meine Priester ist es wichtig, damit Ich sie zur Erleuchtung bringen kann. Geh deinen Weg, den Ich dich führe, lächle auch dann, wenn deine Schmerzen dich überwältigen. Ich bin mit dir, Ich bin der Gute Hirt. Sei bereit, Mein Kind, wann immer Ich dich rufe, und sei es in der Nacht. Diese Aufgabe bekommst du jetzt. Meine Mutter lehrte dich stets: Sei brav und glaube! Ich will es dir heut´ erneut ins Herz schreiben.
M. ist nicht dein Weg - es war eine Prüfung des Glaubens, der Treue und der Liebe. Meine Mutter will, dass du brav bist. Ich liebe es, wenn eine Seele ganz gehorsam ist - vertraue!
Das, was Ich dir anvertraut habe, wird geschehen, dann, wenn die Zeit erfüllt ist. Du wirst dein Zeichen erhalten - obwohl du es nicht glauben kannst. Mein Kind, lege diese Zweifel ab. Ich brauche eine ganz treue, gehorsame Seele.“
Ich sagte: „O Herr, ich bin nicht würdig, dass Du Dich so innig zur Geringsten neigst, um mir mehr Liebe und Güte zu schenken, als ich zu erfassen in der Lage bin.“ Darauf sprach
Jesus:
„Nur in einer kleinen, demütigen Seele kann Ich wohnen.“
Da sagte ich: „O mein Geliebter, wie gut bist Du!“ Preise, meine Seele, preise deinen Gott!

S. 146
Jesus schenkt viele Wunder, viele Zeichen. Es geschieht nicht nur um meinetwillen, Er tut es für alle Leserinnen und Leser und unter anderem auch, damit der Seelenführer erkennt, dass Er wahrhaft mit mir ist.